Rosenkranz und Güldenstern sind tot

 GB 1990

Rosencrantz and Guildenstern are dead

Komödie, Literaturverfilmung 
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Tom Stoppard

Kritiken

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User Kritiken

  • 5. Akt, 2. Szene, Z 411
    Der Film von Tom Stoppard ist etwas für Literaturinteressierte. Er hat diese beiden unbedeutenden Figuren schon im Sinne Shakespeares richtig nachempfunden. Dort nannte man sie ‘Schwämme‘. Heute würde man sie als ‘Vollpfosten‘ bezeichnen. Da ist ‘Hamlet‘ schon hilfreich, um der Handlung voller komischer Unsinnigkeiten halbwegs folgen zu können. Die beiden philosophieren über Existenzialismus, freien Willen im Gegensatz zum Determinismus. Sie absolvieren z.B. ein rhetorisches Tennisspiel, wobei Fragen und Antworten den Ball ersetzen. Tim Roth und Gary Oldman sind als Titelhelden in diesem Anti-Hamlet munter unterwegs. Sie machen Experimente, die uns heute bekannt vorkommen, ebenso wie die Verfremdungseffekte: Hamburger, Schlafbrille und Papierflieger.
    Drei Akte spielen jeweils im Wald, im Schloss und auf See. Immer wieder ziehen sich wie ein Roter Faden die Aufführungen einer Theatertruppe unter Richard Dreyfuss durch die Handlung. Das ist im echten Sinne bestes Shakespeare Verständnis (‘All the world‘s a stage and all the men and women merely players. ‘) Und es wird auch im Sinne des großen Briten häufig gemetzelt. Szenen aus ‘Hamlet‘ werden mehrfach dargeboten. Hier gibt Iain Glen den Hamlet, der den berühmtesten Satz des Dramas nur lautlos mit den Lippen formt. Sonst gibt es nur reine Bühnensprache, etwas gespreizt und abgehoben. Ein Spiel im Spiel. Stoppard, bildet Handlungsblasen, variiert und interpretiert das Genie. Außergewöhnlich anspruchsvoll. Hamlet: V./2./ 411