Rubljovka - Straße zur Glückseligkeit

 D 2007

Rublyovka - Road to Bliss

Dokumentation 22.02.2008 93 min.
film.at poster

Der Film zeichnet ein gesellschaftliches Porträt des heutigen Russlands, in dem Putins ,gelenkte Demokratie' immer mehr diktatorische Züge gewinnt.

Rubljovka heißt jene Straße, die das Zentrum Moskaus in westlicher Richtung mit der russischen Provinz verbindet. Ihre Umgebung zog in allen Zeiten die herrschende Elite an: Zaren, Diktatoren, Präsidenten. Auch das heutige Staatsoberhaupt Putin wohnt naturgemäß hier. In Putins Russland ist Rubljovka zum Synonym von Reichtum, gesellschaftlichem Aufschwung und dekadenter Lebensart geworden. Spuren der Vergangenheit und groteske Auswüchse des russischen Kapitalismus bilden hier einen bizarren Mikrokosmos, den es sonst nirgendwo im Riesenreich gibt. In meiner Erinnerung aus den 80er Jahren war die Rubljovka eine idyllische Landstraße, an der die sowjetische Crème de la crème ihre Datschen von Väterchen Staat zugewiesen bekam. Diese rasante gesellschaftliche Veränderung eines dreißig Kilometer langen Landstrichs war für mich der zündende Funke zur filmischen Erforschung dieses Phänomens. (...) Schon meine erste Recherchereise im Winter 2005 ergab, dass die Glitzerwelt der Neureichen sich hinter Mauern, Panzerglaslimousinen und streng bewachten, abgeriegelten Siedlungen verbirgt. Die zweispurige schmale Straße hat sich in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt. (...) Die allgegenwärtige Präsenz von allerlei Bewachungsdiensten wird mit Terrorgefahr gerechtfertigt. Vor siebzehn Jahren hatte ich Russland wegen seines menschenverachtenden Systems verlassen. Unter Jelzin war das Riesenreich auf halbem Wege zur Demokratie, heute ist die Staatsordnung autoritärer als in den letzten Jahrzehnten der Sowjetära. (Irene Langemann)

(Text: Viennale 2007)

Details

Irene Langemann
Michael Langemann
Maxim Tarasjugin
Irene Langemann
Filmladen

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • frechheit
    ein paar aufnahmen vom strassenverkehr im moskauer luxusviertel (schaut auch nicht anders aus als in den meinsten westlichen städten), interviews mit 5-6 personen, die die regisseurin vor die kamera gebracht hat- und das als film über das heutige russland vermarkten, ist schon eher eine zumutung