Sadistico - Wunschkonzert für einen Toten

 USA 1971

Play Misty for me

Thriller 102 min.
7.00
film.at poster

Eastwoods Regiedebüt: Als Discjockey einer Radiostation umschmeichelt er mit sanfter Stimme und ebensolchen Musiktiteln seine nächtliche Zuhörerschaft - und der Frauenheld wird zum Stalking-Opfer.

Die Frau, mit der er eine Nacht verbrachte, erweist sich nicht nur als hartnäckiger Fan, irgendwann gibt sie sich nicht mehr damit zufrieden, dass er für sie immer wieder Errol Garners »Misty« auflegt, sondern wird zunehmend aufdringlicher und erweist sich schließlich als Psychopathin reinsten Wassers. Zwischen den suspense setzt der Film idyllische Bilder eines Paares in der malerischen Landschaft der Halbinsel Monterey, vor allem aber einen dokumentarischen Einschub, mit dem Eastwood erstmals seine Vorliebe für Jazz zeigt: einen Besuch beim Monterey Open Air Jazz Festival, der sich Zeit nimmt, die Musiker bei ihrer Arbeit zu zeigen. Eastwoods Mentor Don Siegel hat einen Cameoauftritt als Barkeeper. (Frank Arnold)

Details

Clint Eastwood, Jessica Walter, Donna Mills, John Larch
Clint Eastwood
Dee Barton
Bruce Surtees
Jo Heims, Dean Riesner

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Weiblicher Stalker
    Clint Eastwoods erste Regiearbeit von 1971 offenbart zweierlei: zum einen, dass er in im Laufe der Jahre sehr viel dazugelernt hat und zum anderen, hat es nie an einer klaren Kernaussage in seinen Filme gefehlt.
    Hier spielt er einen DJ, der eine Radioshow moderiert und für einen weiblichen Stalker (Jessica Walter) den Song ‘Misty‘ immer wieder auflegen soll. Das Thema fand zur damaligen Zeit noch kaum Erwähnung im Film. Vor allem nicht diese weibliche Variante. Die Steigerung der Belästigungen wird konsequent durchgehalten. Das genügt zum Dabeibleiben. Auch die Attacke auf Clints Freundin Tobie (Donna Mills) ist ein Appetizer für das dramatische Ende.
    Der deutsche Titel berührt allerdings das Thema etwa so nah wie sich die Kontinente Amerika und Europa sind. Und auch die Vorhersehbarkeit nimmt etwas von der Spannung. Hier wird so viel mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl gewunken, dass selbst ein Toter die Anspielungen klar deuten kann. Zur Belohnung fürs Durchhaltevermögen bei den ewig langen Autofahrten gibt es Sonnenuntergänge am Meer und gute Musikeinlagen.
    Manchmal wird die Vorahnung von Schmunzeln begleitet. Und trotzdem geht die Spannung nicht völlig verloren. Sie wird beim Finale mit der Brechstange auf- und auch wieder abgebaut. Ein früher Eastwood fürs Archiv. Man ahnt wohin seine Reise als Regisseur/Darsteller geht.