Vogelfrei (1985)

 F 1985

Sans toit ni loi

Drama 105 min.
7.80
Vogelfrei (1985)

Sandrine Bonnaire als schroffe Vagabundin, die sich endgültig von der Gesellschaft abgewendet hat.

Flüchtige Reisebekanntschaften berichten von ihren Begegnungen mit der Aussteigerin Mona, deren radikale Haltung - die absolute Verweigerung jeglicher sozialen Anbiederung - sie so fasziniert wie ratlos zurück lässt.

Das Portrait eines "vergessenen", marginalisierten Lebens, mit elegischer Härte dem unvermeidlichen Schluss zustrebend: die schlotternde Mona, wie sie an einem einsamen Morgen in einen frostigen Graben fällt und verreckt. In seinen stärksten Augenblicken erfindet das Kino diese Figur immer wieder neu: Mouchette, Mona, Rosetta.

Details

Sandrine Bonnaire, Setti Ramdane, Francis Balchère u.a.
Agnès Varda
Joanna Bruzdowicz, Fred Chichin
Patrick Blossier
Agnès Varda

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Mona auf der Walz
    Mitte der achtziger Jahre hat der Film große Aufmerksamkeit erregt. Erstens wegen der Hauptdarstellerin, der überaus überzeugenden Sandrine Bonnaire und zweitens wegen seiner Machtart und auch wegen des Inhaltes. Er ist aufgebaut, wie die Ermittlungsarbeit der Polizei, indem Personen, die die tote Außenseiterin Mona getroffen hatten, Statements abliefern, die Betroffenheit und Hilflosigkeit signalisieren. Zwischendurch erleben wir sie mit verschiedenen Typen: ein Ökofreak, eine Nutte, eine Biologieprofessorin, Bahnhofspenner etc. Mona wird beneidet, beschimpft, man misstraut ihr, fürchtet sich aber auch vor ihr. Sie sucht die totale Freiheit und findet die totale Einsamkeit auf ihrem Weg in die Abwärtsspirale. Als Kontrast werden ihr zwei unglückliche Pärchen gegenübergestellt, die all das verkörpern, wovor sie flieht. Erwähnenswert hier ist die damals noch unbekannte Yolande Moreau. Zur Auflockerung gibt es ein kleines Trinkgelage mit einer alten Dame und Beziehungen der Personen untereinander, die sie trifft. Der französische Titel ’Ohne Dach kein Gesetz’ ist ebenso treffend wie der deutsche. Auf Dauer hat die Außenseiterin keine Überlebenschance. Das ist der Preis, den sie wohl für die absolute Unabhängigkeit zahlen muss. Sie muss ständig alles unter Kontrolle haben. Das gelingt ihr aber immer weniger.
    Realistisch und immer noch beeindruckend.