Schindlers Häuser

 A/D/USA 2007

Schindler's Houses

Dokumentation 04.04.2008 99 min.
film.at poster

Der Film zeigt 40 Bauwerke des österreichisch-amerikanischen Architekten Rudolph Schindler aus den Jahren 1921 bis 1952.

Schindlers Häuser zeigt 40 Bauwerke des österreichisch-amerikanischen Architekten Rudolph Schindler aus den Jahren 1921 bis 1952. Schindlers pionierhafte Arbeit in Südkalifornien begründete einen eigenen Zweig der architektonischen Moderne. Alle Aufnahmen zum Film fanden im Mai 2006 statt. Der Film bildet damit auch ein aktuelles Porträt städtischen Wohnens in Los Angeles, das in dieser Ausformung noch nie dokumentiert worden ist. Rudolph Schindler hat mit Louis Sullivan und Frank Lloyd Wright zusammengearbeitet und war der Mentor Richard Neutras. Wie Bruce Goff ist er ein Singulär der Moderne und der Begründer einer eigenständigen, kalifornischen Bauweise. Wegen seiner Abwendung vom «Internationalen Stil» ist er lange Zeit in der Welt der Architektur isoliert geblieben. Seine nahezu erzwungene Beschränkung auf die Bauaufgabe «Wohnhaus» war zugleich Chance zur Entwicklung eines in vielen Varianten erprobten neuen Bauens. Holzbauweise bis hin zum All-over-Design von Möbelentwürfen und ganzen Hauseinrichtungen kennzeichnen Schindlers Stil. Sein eigenes Haus in West-Hollywood kann als epochales Modellhaus gelten. Photographie und jenseits ist eine Filmserie über Schrift, Zeichnung, Skulptur und Architektur: Thema der Filme sind aktive Gestaltungs- und Projektionsleistungen - real gewordene Vorstellungen -, sichtbar als Schrift, Zeichnung, Fotografie, Architektur und Skulptur. Analysiert wird ein quasi umgedrehter Sehvorgang: Sehen als Ausdruck, nicht als Eindruck. Das Auge als Schnittstelle zwischen Gehirn und Außenwelt, der Blick eine komponierende Kraft, die ein Inneres nach Außen stülpt und in der Realität gespiegelt vorführt.

(Text: Viennale 2007)

Details

Heinz Emigholz
Heinz Emigholz
Heinz Emigholz
POOOL Filmverleih

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • schindler häuser?
    Der Film hinterlässt in seiner unerträglichen Langatmigkeit den Eindruck lebloser Raumskelette Schindlers Hausarchitektur und begräbt somit Herrn Schindler ein zweites mal.

    "Raum - stills", die mit verstärkten (Autoverkehr-)Hintergrundgeräuschen versuchen, den zufällig betrachteten Raum selbst "sprechen" zu lassen, ersticken Seelenreste dieser Räume.
    Die Darstellungen, die Bilder von Geometrien und Licht und Schatten, wie sie uns der Künstler zeigt, erscheinen als Produkt reinen Zufalls, lediglich die Systematik der "schrägen" Betrachtung (den Geometrien der Hausfragmente nicht folgend) scheint, wie vielfach in der Fotografie verwendet, die einzige Absicht der Inszenierung zu sein.

    Menschen, bis auf eine Ausnahme, fehlen im gebotenen Fragmentefriedhof durchgängig und dieses Fehlen des menschlichen Bezugs zu Raumgeometrien verweigert den Begriff des Wohnens.

    Am Ende bleibt ein verzerrtes Bild abgestorbender Lebenslust und das Unverständnis für den lieblosen und leeren Umgang in der versuchten Vermittlung von Architektur, die aus mehr, als nur aus stummen Geometrien besteht.

    Mag die Absicht des Künstlers, wie auch immer, eine andere gewesen zu sein.