Séraphine

 F/Belgien 2008
Drama, Biografie, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 15.01.2010 125 min.
7.40
Séraphine

Zwischen einem deutschen Kunstsammler und seiner malenden französischen Haushälterin entwickelt sich 1912 eine berührende Liebesgeschichte.

1912: Der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde ist der Erste, der Picasso kauft und den Maler Rousseau, genannt "Le Douanier", entdeckt. Er mietet eine Wohnung in Senlis, um zu schreiben und sich von seinem Pariser Leben zu erholen. Er stellt eine Haushälterin ein, Séraphine, 48 Jahre. Ein wenig später entdeckt er bei einer angesehenen ortsansässigen Familie einen kleinen Holzschnitt. Er ist sehr erstaunt, als er erfährt, dass die Urheberin niemand anderer als Séraphine ist. Es entwickelt sich eine berührende, unerwartete Beziehung zwischen dem avantgardistischen Kunsthändler und der visionären Putzfrau.

Details

Yolande Moreau, Ulrich Tukur, Anne Bennent u.a.
Martin Provost
Michael Galasso
Laurent Brunet
Marc Abdelnour
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Kritiken

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User Kritiken

  • Séraphine und die Engel
    Ein leiser Film über eine autodidaktische Malerin, die ihre Impulse von ihrer tiefen Religiosität (sie hört Engelsstimmen!)und aus der Natur bekommt, von wo sie ihre Farben nimmt. Der Gegensatz zu ihrem Alltag, in dem sie als Putzfrau arbeitet, bildet einen künstlerischen Rahmen. Historisch eingebettet in die Zeit vor und nach dem 1. Weltkrieg, mit kleinen Seitenhieben auf das deutsch-französische Verhältnis. Yolande Moreau gibt dieser Figur ihre unnachahmliche Gestalt. Sie schaut mit naiv mürrischem Blick in die Welt, tapst durch die Landschaft und verändert sich auch äußerlich von einer brav-biederen Zugehfrau zu einer vorübergehend wohlhabenden Künstlerin. Dabei lässt die Kamera sie fast nie aus der Linse. Manche Szenen verschwinden optisch in undurchsichtigem Schwarz, was hier allerdings zur Verstärkung der Atmosphäre verwendet wird. Und dann kommt am Ende eine überraschende Wende, die auch akustisch zulegt. Aber eigentlich ist es nur eine von mehreren Optionen, wenn man den religiösen Wahn von Séraphine in letzter Konsequenz zu Ende denkt. Dieser Film hebt sich inhaltlich und stilistisch wohltuend vom Mainstream ab.