Shampoo

 USA 1975
Komödie 109 min.
6.30
Shampoo

48 Stunden aus dem Leben eines Starfriseurs.

Starfrisör George verwöhnt seine Kundinnen nicht nur mit Fön und Bürste, sondern auch mit seinen Qualitäten als Gigolo. Dabei verspricht er sich vom engen Kontakt mit den betuchten Frauen vor allem persönliche Vorteile. So pendelt er zwischen drei Frauen: der jungen Jill, die von einer Schauspielkarriere träumt, der etwas älteren Jackie, der Geliebten des steinreichen Finanzmaklers Lester, und Lesters Gattin Felicia. Als sexueller Geheimtipp für die Luxusdamen gehandelt, wird er sogar auf eine Wahlparty für den Präsidenten eingeladen. Doch auf diesem Terrain ist der begehrte Hairstylist nicht in seinem Element und schlittert unversehens in ein Fiasko. Hatte Ashby in seinen ersten Filmen «positive» Hauptfiguren, so erzählt er in Shampoo nur noch von jenen, die den Helden seiner früheren Stories das Leben schwer machten. Opfer sind auch diese; da gibt es keine funktionierende menschliche Beziehung mehr, nur noch eine heillose Promiskuität. George, Friseur in Hollywood, schläft mit allen seinen Kundinnen, mit deren Töchtern und Freundinnen. Im Hintergrund steht Nixons Wahl zum Präsidenten im November 1968. Shampoo beschreibt die USA als einen einzigen Jahrmarkt der Eitelkeit, in dem nur die Fassaden noch zählen und auch Ashbys Protagonist ist nichts anderes als ein oberflächlicher Fassadenpfleger. In Shampoo erzählt ein Millionär von einer Wohltätigkeitsveranstaltung für blinde Kinder: Man ließ sie aus dem Haus ins Freie laufen, wo man Matratzen aufgestapelt hatte. Die seien darübergestürzt, allesamt, und sie hätten sich köstlich amüsiert. Shampoo ist die Arbeit eines zynisch gewordenen Individualisten. (Hans Günther Pflaum)
Länge: 109 Min.

Details

Warren Beatty (George Roundy), Julie Christie (Jackie Shawn), Goldie Hawn (Jilb| Lee Grant (Felicia), Jack Warden (Lester), Tony Bill (Johnny Pope), George Furth (Mr. Pettis) Jay Robinson (Norman)
Hal Ashby
Paul Simon
László Kovács
Robert Towne, Warren Beatty

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Figaro in Hollywood
    Einer der schwächeren Filme von Hal Ashby, trotz Starbesetzung. Äußerst handlungsarm geht es ums Thema Nummer 1. Meistens reden aber nur alle davon und tun es nur gelegentlich. Dabei fing der Film doch so interessant an: dunkle Leinwand, Beach Boys im Hintergrund, rhythmischen Quietschen und Stöhnen, Telfonklingeln. Cut, dasselbe noch einmal. Im Rest des Films versucht der notgeile Figaro George (Warren Beatty) alles flachzulegen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Dazu gehören z. B. Jil (Goldie Hawn) und Felicia (Lee Grant). Vielleicht war es 1975 eine Provokation, wenn der Coiffeur, - wie er sagt - nach der Devise der drei Fs lebt (‘ Fuck For Fun‘)?! Heute schockiert das keinen mehr, wenn z.B. die angetrunkene Jackie (Julie Christie) dem notgeilen Friseur in den Schritt greift und lauthals etwas von ‘Lutschen‘ stammelt. Es reicht nicht zur Gesellschaftssatire, wenn hin und wieder im Hintergrund die Ergebnisse der Nixonwahl 1968 laufen. Da erfreuen wir uns doch lieber am atemberaubenden, rückenfreien, po-tiefen Kleid von Julie Christie. Auf der Party, auf der sich dann alle Akteure treffen (der Höhepunkt des Films!?), stimmt eventuell die typische Atmo der 60er Jahre. Gleich danach kommt der totale Absturz: nach diversen Enthüllungen gibt’s Heiratsanträge zum Schleuderpreis. Der Zuschauer bleibt allein wie George und schaut Jackie hinterher, wie sie mit ihrem neuen/alten, reichen Lover in den Honeymoon entschwindet. Das ist alles zu oberflächlich, etwas angestaubt und heute einfach uninteressant.