Die Sonne Satans

 Frankreich 1987

Sous le soleil de Satan

Drama, Literaturverfilmung 93 min.
6.90
film.at poster

Ein Film über Finsternis: die Seelenkrise eines zweifelnden Priesters.

Der von moralischen Zweifeln geplagte Dorfpriester Donissan begegnet eines Nachts dem als Pferdehändler getarnten Satan, der ihm eine geheimnisvolle Gabe verleiht. Als Donissan auf die frühreife Mörderin Mouchette trifft, möchte er sie retten und treibt sie dabei noch weiter in die Verzweiflung ...

Pialat verfilmt Bernanos: auf seine Art ebenso streng wie Bresson, aber auch mit jener harschen, naturalistischen Kraft, wie sie Pialat ganz eigen ist. Dennoch die Abkehr vom bisherigen, ungeschönten Plansequenzstil, erster durchgängiger Versuch des früheren Malers mit Tableaus.

Details

Gérard Depardieu, Sandrine Bonnaire, Alain Artur, Maurice Pialat, Yann Dedet
Maurice Pialat
Henri Dutilleux
Willy Kurant, Jacques Loiseleux
Maurice Pialat, Sylvie Danton nach Georges Bernanos

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Gott oh Gott
    Um die endlos langen Dialoge durchzustehen brauchen selbst an theologischen Fragen Interessierte ziemlich viel Geduld und Ausdauer. Zumal die verbalen Auseinandersetzungen durch abrupte Gefühlsschwankungen oder laute Schreie unterbrochen, nicht verständlicher werden.
    Als junger Priester kann Gérard Depardieu wie immer überzeugen. Der kann spielen, was er will, dem nimmt man jede Rolle ab. Er will hier ein extrem gottgefälliges Leben führen (inklusive Fasten und Selbstgeißelung) Der Teufel, der ihn in der Person eines Pferdehändlers mit besonderen Gaben ausstattet, hilft ihm bei der Sinnsuche des Lebens auch nicht weiter. So stolpert er zwischen dem ihm vorgesetzten Dekan (gespielt vom Regisseur Maurice Pialat selbst), der ihm mit väterlichem Rat zur Seite steht und einem etwas sehr sonderbaren jungen Mädchen (Sandrine Bonnaire), die einen ihrer Geliebten umgebracht hat, hin und her.
    Die hier diskutierten Dinge des Glaubens passen am besten in ein theologisches beziehungsweise philosophisches Oberseminar. Hier könnte man auch die Anlehnung an etwaige Stellen aus dem alten Testament herausfiltern. Oder sich über solche Aussagen wie „Die Weisheit ist das Laster der Greise“ den Kopf zerbrechen. Für Interessierte sei noch angemerkt, dass der Film eine Mischung aus Bunuel und Bergman ist.