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02/18/2021

Diese 5 Erotik-Filme auf Netflix heizen euch ein

Gewagte Sexszenen, berührende Nacktheit und sicher keine subtile Erotik: Das sind die besten "Netflix und Chill"-Filme.

von Manuel Simbürger

Dem Motto "Sex sells" ist sich auch Netflix bewusst, weshalb der Streaming-Dienst quasi als erwachsenes Pendant zum Kids-Profil eine Rubrik eigens für erwachsene Zuseher anbietet. Zugegeben, "Erotik" oder "Sex" ist keine offizielle Rubrik auf Netflix. Trotzdem findet man eine überraschend große Menge an sehr, sehr erotischen Filmen, in denen Sex nicht nur die schönste Neben-, sondern viel eher die Hauptsache ist.

Hier dreht sich alles um aneinander reibende Körper, die psychischen Auswirkungen von körperlicher Intimität, um Sexualität in all seinen Formen und auffällig oft um die Symbiose von Macht und Sex. Sex ist hier weit mehr als Geilheit: Es ist das Ausdrücken von Gefühlen, für die es keine Worte gibt.

Diese Filme (gebt bei Netflix einfach mal "Sex" ein) wirken eindringlich auch aufgrund ihres Hangs zur oftmals rauen, subversiven Optik – oder gar das Gegenteil, nämlich dann, wenn Sex und Begierde derart überhöht stilisiert wird, dass die Grenzen zwischen Kunst und Realismus alles andere als subtil aufgebrochen werden. Diese Filme sind ein Mix aus Voyeurismus- und Sozialporno, mitunter eine mentale Masturbation, die Geist und Körper gleichermaßen erregt.

Hier wird sich bemüht, Konventionen aller Art zu brechen, sie wollen oftmals im jeden Preis schockieren und setzen natürlich bewusst auf die unweigerliche Anziehung gutaussehender nackter Körper, gekonnt im perfekten Spiel aus Licht und Schatten in Szene gesetzt. Der Terminus "bildgewaltig" wird in dieser inoffiziellen Netflix-Rubrik als Synonym für Freizügigkeit, Zügellosigkeit und auch seelische Nacktheit verstanden. Erotische Filme auf Netflix sind keine Pornos, no worries, aber mit den Eltern sollte man sie sich trotzdem nicht ansehen.

Erotik liegt bekannterweise im Auge des Betrachters. Das ist bei unserer Liste nicht anders. Vielleicht findet ihr aber doch den einen oder anderen Film, der euch abends wärmt, wenn es draußen kalt ist.

365 Tage (2020)

Einige von euch werden an dieser Stelle genervt mit den Augen rollen – und ja, wir können es verstehen. Der polnische Erotik-Thriller "365 Tage" (OT: "356 dni") gehört zum Schlechtesten, was Netflix in den letzten Jahren auf den Markt gebracht hat. Und trotzdem löste der Erotikstreifen, der unverhohlen auf den Spuren von "Fifty Shades of Grey" wandelt und gar als dessen ebenbürtiger Nachfolger gefeiert wird, bei seiner Veröffentlichung einen Hype aus, der wohl auch auf oberster Netflix-Etage für Verwundern gesorgt haben dürfte.

Dabei ist das Geheimnis im Grunde keines, spielt "356 Tage" doch wirklich alle Stückerl, die ein Erotikfilm seit geraumer Zeit scheinbar mitbringen und auch bedienen muss: Eine naive junge und wunderschöne Frau, die sich nach Abenteuer in ihrem Leben sehnt. Der ober-sexy Ober-Bad-Boy, unter dessen rauer Schale ein Herz aus Gold schlägt. Panorama-Bilder, wie von Urlaubskarten geklaut. Seichte Dialoge, mitunter so hölzern und dümmlich, dass sie unfreiwillig komisch wirken. Eine plumpe und durch und durch unrealistische Story (Entführungsopfer hat 365 Tage lang Zeit, um sich in den brutalen Mafia-Boss zu verlieben), die sich von Porno-ähnlicher Sexszene zu Porno-ähnlicher Sexszene (ohne jemals "alles" zu zeigen!) hangelt. Genau diese Szenen sind aber so täuschend echt, so leidenschaftlich gefilmt und gespielt, dass man sich ihrem Bann nur schwer entziehen kann.

Problematisch ist aber, dass sexuelle Gewalt und Gewalt gegen Frauen im Allgemeinen in "365 Tage" stark romantisiert wird. Deshalb: Unbedingt mit dringend notwendiger Distanz ansehen – und immer dran denken: "356 Tage" wäre in den 1990ern Samstagnacht auf RTL 2 gelaufen.

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Fucking Berlin (2016)

Der Film über eine 20-jährige Berliner Studentin, die sich eines Tages sowohl aus finanzieller Not, aber auch aus purer Neugier heraus dazu beschließt, als Prostituierte ihr Geld zu verdienen, basiert auf dem gleichnamigen, autobiographischen Buch von Sonia Rossi. Herausgekommen ist vor allem eine Berliner Milieu-Studie, die in dreckigen und schäbigen, zugleich aber pulsierenden und nach Freiheit lechzenden Bildern die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die vor allem aus ihrer Nacktheit Stärke und Selbstbewusstsein zieht – weshalb die zahlreichen Szenen, in denen Hautpdarstellerin Svenja Jung hüllenlos zu sehen ist, auch nie dem Voyeurismus, sondern dem Eintauchen in die Psyche der Protagonistin dienen.

"Fucking Berlin" pendelt zwar ständig zwischen Drama und leichtfüßiger Coming-of-Age-Komödie und bedient zahlreiche Klischees, ist aber trotzdem unterhaltsam, flott und bewusst abseits des Mainstreams inszeniert. Rau, ungefiltert, aber irgendwie auch verwirrend, spiegelt der Film das Leben mitunter stärker wider, als es uns lieb ist.

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Feuchtgebiete (2013)

Und nochmals "Sex made in Germany": Mit Erotik hat die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Charlotte Roche zwar wenig zu tun, dafür aber ganz viel mit erwachender Sexualität, dem dazugehörenden Irrsinn und zahllosen Geschmacksgrenzen, die hier mit viel Lust, Mut und Leidenschaft übertreten werden.

Sieht man über die Ekelszene hinweg und lässt sich auf die freche (und oftmals eigenwillige) Tonalität des Films ein, tut sich ein einfühlsames und feinsinniges Porträt einer jungen Frau auf, die eigentlich nur eines will: selbst über ihre Sexualität bestimmen. "Feuchtgebiete" hat verstanden, dass Sexualität nicht immer mit Schönheit, dafür aber stets mit ungezügelter Energie zu tun hat.

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Dry Martina (2018)

In diesem chilenischen Independent-Movie zählen wir zwar weniger Sexszenen (und somit weniger nackte Haut) als in den anderen Filmen in unserer Liste. Vielmehr liegt eine permanente unterschwellige erotische Spannung in der Luft  – was aber beim Plot auch nicht sonderlich überraschend ist: Martina, einst eine berühmte und erfolgreiche Sängerin aus Argentinien, liebt lust- und liebeslos vor sich hin. Als sie in ihre Heimat Chile zurückkehrt und dort zwei außergewöhnliche Rendevous hat, erwacht ihre tot geglaubte Libido wieder zum Leben.

Was wie eine Handlung aus einem Porno klingt, ist ein erotisches Feel-Good-Movie mit viel Leidenschaft. Die Story prickelt weniger als die Chemie zwischen den Darsteller*innen, aber für einen "Netflix und Chill"-Abend bestens geeignet!

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Shame (2011)

Die einzige Hollywood-Produktion in unserer Liste – und das merkt man dem Film auch an: Ein bisschen zu stilisiert, ein bisschen zu glatt, ein bisschen zu distanziert und ein bisschen zu kühl erzählt Regisseur Steve McQueen über die Sex-Besessenheit seines Protagonisten Brandon (Michael Fassbender) und die Beziehung zu seiner labilen Schwester Sissy (Carey Mulligan). Dass Brandons Höhe- oder besser Tiefpunkt seiner Sucht mit einer homosexuellen Szene dargestellt wird, hinterlässt außerdem einen faden Beigeschmack.

Trotzdem muss man den Mut des Films anerkennen, sich diesem Thema überhaupt anzunehmen und auch vor (für Hollywood-Verhältnisse) gewagten Sexszenen nicht zurückzuschrecken, Full Frontal-Szene von Fassbender inklusive. "Shame" ist zudem einer der wenigen Filme mit sexuellem Fokus mit männlichen Protagonisten.

Apropos Fassbender: Dieser spielt und kopuliert sich im wahrsten Sinne des Wortes die geschundene Seele aus dem gestählten, aber kaltem Leib, weshalb die Sexszenen mehr emotional als unter der Gürtellinie berühren. "Shame" ist ein zermürbendes Psychogramm eines einsames Mannes, der hoffnungslos gefangen ist zwischen Zwang und Lust. 

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