Sturm (2009)

 D/DK/NL 2009
Drama 11.06.2010 110 min.
6.90
Sturm (2009)

Eine Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überredet eine Bosnierin, im Prozess gegen einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher auszusagen und erkennt in der Folge, dass die Gegner auch in den eigenen Reihen zu finden sind.

Hannah Maynard, Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, gelingt es, die in Berlin lebende Bosnierin Mira zu überzeugen, als Zeugin im Prozess gegen einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher auszusagen. Im Spannungsfeld zwischen Wahrheitssuche, den Drohungen bosnisch-serbischer Nationalisten und den Interessen internationaler Politik beginnt Hannah zu begreifen, dass ihre Gegner nicht nur auf der Anklagebank, sondern auch in den eigenen Reihen zu finden sind.

STURM wurde im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2009 uraufgeführt und mit dem Amnesty International Filmpreis, dem Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost und dem Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater ausgezeichnet. Zu den weiteren Filmpreisen zählen der Autoren-Preis der Frankfurter Autorenstiftung und der Bernhard-Wicki-Filmpreis 2009.

Details

Kerry Fox, Anamaria Marinca, Stephen Dillane, Alexander Fehling, Jesper Christensen, Bent Mejding u.a.
Hans-Christian Schmid
The Notwist
Bogumil Godfrejow
Hans-Christian Schmid, Bernd Lange
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Kritiken

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User Kritiken

  • Recht & Gerechtigkeit
    Hier werden die Gräueltaten der ethnischen Säuberungen auf dem Balkan thematisiert. Man sieht nichts davon, aber allein die Schilderung und die Andeutung von physischer Gewalt genügen, um das Ausmaß zu begreifen. Die Schwierigkeit einen Massenmörder und Vergewaltiger in Den Haag zu überführen stehen im Vordergrund. Dabei geht es um juristische Spitzfindigkeiten und die Glaubwürdigkeit von Zeugen. Da drängt sich gleich die Frage auf: ist Recht gleich Gerechtigkeit? Auch das Schicksal der Aussagewilligen, die danach alleine gelassen werden, steht im Raum. Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt der Ereignisse: Kerry Fox ist die mutige Anklägerin Hannah Maynard, die sehr überzeugend sowohl juristisch als auch emotional die Sache der misshandelten Frauen vertritt und trotz vorübergehenden Triumphierens letztlich doch scheitert. Und dann ist da Mira (Anamaria Marinca). Sie ist Opfer und wird überredet auszusagen. Ihr innerer Kampf ist nachvollziehbar, die traumatisierte Angst ihr ständiger Begleiter. Das Verhör im Gerichtssaal ist einer der Höhepunkte des Films.
    Regisseur Hans-Christian Schmid erhebt keinen Allgemeingültigkeitsanspruch, bleibt aber durchaus realistisch, wenn er zeigt, dass auf der Ziellinie ein politischer Deal zwischen Hannahs Chef (Stephen Dellane), einem Brüsseler Topdiplomaten (Rolf Lassgard), der auch noch ihr Geliebter ist, und dem Verteidiger des Unholds eine direkte Verurteilung verhindert. Das ist bitter. Das Recht wird von Menschen gemacht, die Gerechtigkeit ist etwas Abstraktes. Und der Titel ist etwas kryptisch.