Sweet and Lowdown

 USA 1999
Komödie, Musikfilm / Musical 95 min.
7.30
film.at poster

Diesmal ist es der Jazzmusiker Emmet Ray, dessen Leben Woody Allen mit liebevoller Gründlichkeit fälscht.

Im Jahr 1983 bescherte uns Woody Allen eine Dokumentarfilm über das "menschliche Chamälen" Leonard Zelig, einen Menschen, dem es so sehr an Individualität mangelt, dass er sich automatisch aufs Beste seiner jeweiligen menschlichen Umwelt anpasst. Die Tatsache, dass Zelig und seine Biographie erfunden und erlogen sind, schmälerte den Wert dieses kleinen Filmjuwels nur unbeträchtlich.

Mit Sweet and Lowdown kehrt Allen zum Genre der "Mockumentary" zurück. Diesmal ist es der Jazzmusiker Emmet Ray, dessen Leben er mit liebevoller Gründlichkeit fälscht. Emmet Ray hatte in den 30er Jahren eine steile aber kurze Karriere als der Welt "zweitbester Jazzgitarrist", ewig im Schatten seines Idols, des legendären (und realen) Django Reinhardts stehend. Rays Liebe gehörte in erster Linie der Musik. An zweiter Stelle kam er selbst, dicht gefolgt vom Alkohol. Frauen waren für ihn Zeitvertreib oder Einnahmequelle. Eine Zeit lang verdiente er sein Geld, auch hier dem Vorbild so mancher Jazz-Größen wie Jerry Roll Morton folgend, als "Manager" leichter Mädchen. Zu seinen Konzerten in billigen Nachtclubs kam er oft zu spät und stets betrunken.

Woody Allen jongliert verspielt mit verschiedenen Wahrheits- und Wahrnehmungsebenen. Fast ist man geneigt, tatsächlich an die Existenz eines längst vergessenen Gitarren-Genies zu glauben, dann wieder lässt uns Allen augenzwinkernd wissen, dass sich die Geschichten und Anekdoten so wie erzählt, aber auch ganz anders zugetragen haben könnten - oder vielleicht gar nicht?

Sean Penn brilliert als arroganter, egomanischer Emmet Ray mit schmierig-schnöseliger Lockenpracht und Oberlippenbärtchen, Samantha Morton als berührend stumme Adressatin seiner egozentrischen Monologe steht ihm in nichts nach. Beide wurden für den Oscar nominiert, in den jeweiligen Kategorien "bester männlicher Hauptdarsteller" bzw. "beste Schauspielerin in einer Nebenrolle".

Details

Sean Penn, Samantha Morton, Uma Thurman, Brian Markinson, Anthony LaPaglia, Gretchen Mol, Vincent Gustaferro, John Waters, Constance Shulman, Kellie Overbey, James Urbaniak, Marc Damon Johnson, Darryl Alan Reed, Dick Monday, Josh Mowery, Fred Goehner, Michael Sprague, Brad Garett, Woody Allen
Woody Allen
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Woody Allen

Kritiken

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User Kritiken

  • Hat mir sehr gut gefallen
    die musik ist sehr gut. die charakter - vorallem sean penn - ausgezeichnet. die omu-fassung zum teil sehr anstrengend zu lesen.
    fazit: für musik/jazz-fans und woody-allen-freunde sehenswert

  • für woody allen gar nicht so..
    übel. na er spielt ja auch selber nicht mit. die charaktere habe ich sehr lebendig gezeichnet gefunden, die kamera hat mir ebenfalls gefallen. trotzdem war wieder mal diese typische woody-allen-langeweile spürbar, die aber wohl dazugehört, vor allem bei woody-allen-filmen.