Birth/Mother

 J/F 2006

Tarachime

Kurzfilm, Dokumentation 43 min.
7.30
film.at poster

Am 24. April 2004 bringt Kawase Naomi ihren Sohn Mitsuki zur Welt. Unmittelbar nach der Geburt nimmt sie eine Kamera zur Hand und filmt seither jeden Tag im Leben ihre Kindes und ihrer 90-jährigen Großmutter. Mit diesem gefühlsstarken dokumentarischen Tagebuch setzt die Filmemacherin ihre Reflexion über die Welt, die sie umgibt, ihren Ursprung und ihre Zukunft fort. Zu Beginn wollte sie nur das Leben dokumentieren, das neun Monate lang in ihrem Bauch heranwuchs. Dann aber verlängerte sie die Dauer des Projekts bis zu den ersten Interaktionen Mitsukis mit seiner Umgebung. In Birth/Mother bricht sie bewusst jegliche zeitliche Linearität und pendelt - manchmal sanft, dann wieder brüsk - zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Geburt ihres Kindes ist für die japanische Autorenfilmerin nur der äußere Anlass für ihren jüngsten Film, denn zugleich zeichnet Birth/Mother ein bewegendes Porträt der 90-jährigen Großmutter, die Kawase wie ihre eigene Tochter aufzog. Die Begegnungen der Generationen und der geradezu manische Wille der Regisseurin, alle Ereignisse einschließlich des Durchtrennens der Nabelschnur genau aufzuzeichnen, sind in eine genuin filmische Inszenierung mit poetisch-sanften Bildern eingebettet; Bilder, wie sie für Kawases Werk typisch sind und die für den Versuch der Versöhnung zwischen Menschen und Elementen stehen. (Julien Welter)

(Text: Viennale 2006)

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Kawase Naomi
Kawase Naomi
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