Tengri - Das Blau des Himmels

 D/F 2008
Drama, Romanze 98 min.
film.at poster

Ein junges kirgisisches Mädchen und ein kasachischer Fischer versuchen ihrem trostlosen
Leben zu entrinnen, verlieben sich ineinander und erkämpfen sich gemeinsam ihre neue
Freiheit.

Die Geschichte beginnt mit seiner Ankunft auf dem Aïl (einem Dorf bestehend aus mehreren
Filzzelten). In dieser von den Männern (die entweder als Söldner in Afghanistan leben oder
in den großen Städten als Arbeiter ihr Geld verdienen) verlassenen Siedlung hat Temür
Schwierigkeiten aufgenommen zu werden. Durch die junge Dorfbewohnerin Amira, die seit
ihrer Kindheit auf der Jailoo (Zeltdorf, in dem überwiegend Kinder und Frauen leben und das
von alten Männern regiert wird) lebt, findet er langsam Anschluss an die Gemeinschaft. Sie
ist 18 Jahre alt und unglücklich mit einen Mudschaheddin - Kämpfer verheiratet und noch
ohne Kinder. In dieser durch Traditionen geprägten und aussterbenden Dorfgemeinschaft
sieht sie sich als Frau in einer unglücklichen Ehe ohne Perspektiven.

Aber das Überleben auf der Aïl benötigt all ihre Kräfte und erlaubt keine Zweifel. So müssen
sie und Taïb, ihr junger Schwager in dieser fast männerlosen Gesellschaft die härtesten
Arbeiten erledigen. Temür hilft ihnen und so reisen sie regelmäßig zu den Märkten ins Tal, in
die Städte, wo sie ihre Produkte (Wolldecken, Stickereien, Rhabarber, Fuchs- und
Schafhäute) verkaufen. Und dort kaufen sie auch alles, was die Dorfgemeinschaft nicht
produzieren kann. Auf den Fahrten in die Städte und durch die gemeinsame Arbeit kommen
sich Temür und Amira immer näher und verlieben sich ineinander. Eine Liebe, die sie aber
nicht offen leben können und dürfen.

Details

Albina Imasheva, Ilimbek Kalmouratov, Hélène Patarot u.a.
Marie-Jaoul de Poncheville
Birgit Løkke
Sylvie Carcedo, Frank Müller
Jean-Francois Goyet, Marie Jaoul de Poncheville

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Liebe auf der Flucht
    Die Geschichte einer Liebe in Kirgisien, die nicht sein darf. Amira (Albina Imacheva) ist bereits verheiratet und Timür (Elim Kalmouratov) ist ein aus der Fremde heimgekehrter Fischer, der seinen Platz innerhalb der Dorfgemeinschaft nicht finden kann. Mit viel Gesang und Tanz, Folklore und Wodka sehen wir ländliche Rituale und bekommen Einblicke in Bezug auf die Stellung der Frau. Gewalt in der Ehe ist nichts Ungewöhnliches. Es bleibt den Liebenden nur die Flucht, verfolgt vom Ehemann. Wer von der Gemeinschaft und dem Verwandtschaftsclan abgelehnt wird, kann nur in der Ferne vielleicht in einer Großstadt anonym überleben. Es geht durch eine Landschaft, die durch ihre raue Fremdartigkeit beeindruckt. Amira wird immer dominanter, hilft als Pferdeflüsterin aus der Klemme und ist dabei feurig wie die Steppe in der Sommerhitze. Wohin es letzten Endes geht bleibt offen. Sie versinken im Blau des Himmels. Die globale Welt erwartet die beiden, denn auch in Kirgisien hat man schon vom Internet gehört.