The Magical Life of Long Tack Sam

 Kanada/China 2003
Dokumentation 85 min.
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«Who is Long Tack Sam?» Mit dieser Frage beginnt Ann Marie Fleming, Urenkelin des titelgebenden Protagonisten, ihre ganz persönliche Spurensuche, die sie in die USA, nach China und schließlich auch nach Österreich führen sollte. Der in Shanghai geborene Long Tack Sam emigrierte am Ende des 19. Jahrhunderts in die USA und machte dort - neben Stars wie Laurel und Hardy oder den Marx Brothers - Karriere als gefeierter Akrobat und Magier in den Vaudeville-Theatern des Landes. The Magical Life of Long Tack Sam ist allein schon als filmische Studie über die Blütezeit des Vaudeville - die letzte Institution massenkulturellen Live-Entertainments, bevor das Kino endgültig die Städte eroberte - eine Entdeckung: Kuriositäten wie die sehr beliebten Auftritte von Europäern, die sich zur Beförderung ihrer Popularität auf der Bühne als Chinesen ausgaben, die harten Lebensbedingungen der Künstler und Künstlerinnen, der offene Rassismus, dem sich nicht-weiße Artisten in den USA ausgesetzt sahen, fügen sich wie historische Schlaglichter zu einem bruchstückhaften Mosaik zusammen. Dazwischen, dort wo dieses lückenhaft bleiben muss - aufgrund der schwierigen Quellenlage zur Geschichte populärkultureller Artistik oder dem Fehlen eines Familienarchivs, das beredt über den Urgroßvater Auskunft geben könnte -, setzt Fleming funkelnde Kleinode: In gezeichneten Bildern, die an Lucky-Luke-Comics erinnern, erzählt sie in immer neuen Versionen von der Emigration des großen Mannes aus China. So wird - zumindest diese - Familiengeschichte auch zur Geschichte einer Befreiung: zu einer Erzählung jenseits allen Zwangs identitärer Konventionen.

(Text: Viennale 2007)

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Ann Marie Fleming

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