Am Ende der Flucht - The Statement

 CAN/F/USA 2003

The Statement

Krimi, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 120 min.
6.20
Am Ende der Flucht - The Statement

Pierre Brossard (Michael Caine) war im Krieg an der Ermordung von sieben Juden maßgeblich beteiligt. Eine Richterin (Tilda Swinton) ist ihm auf der Spur.

Frankreich, 1992. Als eiskalter Komplize des Vichy-Regimes war Pierre Brossard (Michael Caine) 1944 im besetzten Frankreich an der Ermordung von sieben Juden maßgeblich beteiligt. Nie wurde der Kriegsverbrecher für seine Taten vor Gericht gestellt und lebt seitdem anonym ein friedliches Leben unter dem Schutz rechtsgerichteter Gruppierungen innerhalb der katholischen Kirche.

Da ermöglicht eine Gesetzesänderung der Richterin Livi (Tilda Swinton) und deren kompetenten Helfer Oberst Roux (Jeremy Northam) eine erneute Untersuchung der Untat. Dazu muss Brossard verhaftet werden. Diesem gelingt es jedoch ein ums andere Mal, den staatlichen Ermittlern zu entkommen, während er gleichzeitig von geheimnisvollen Auftragsmördern verfolgt wird.

Das Netz der Exekutive zieht sich langsam um Brossard zusammen und auch die gedungenen Killer haben seine Spur längst aufgenommen...

Am 29. Juni 1944 um fünf Uhr morgens wurden im französischen Rillieux-la-Pape sieben Juden ermordet.Dieser Film ist jenen sieben Männern sowie den 77.000 anderen französischen Juden gewidmet, die unter der deutschen Besatzung und dem Vichy-Regime ihr Leben verloren.

Details

Michael Caine, Tilda Swinton, Jeremy Northam, Alan Bates, John Boswall, Charlotte Rampling, u.a.
Norman Jewison
Normand Corbeil
Kevin Jewison
Ronald Harwood nach einer Vorlage von Brian Moore
Universum / Constantin

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Hetzjagd
    Norman Jewison hat ein nicht sonderlich populäres Kapitel der französischen Geschichte in einen spannenden Politthriller umgesetzt: das Vichy-Regime als Marionette der Nazis. Hier wird aber besonders darauf hingewiesen, dass die katholische Kirche eine aktive Rolle bei der Unterstützung von untergetauchten Nazi-Schergen (wie z.B. Pierre Brossard) gespielt hat. Die Grundidee ist historisch verbürgt, wenn auch gelegentliche Ausschmückungen die Handlung kino-kompatibler machen. Die Ermittler Tilda Swinton und Jeremy Northam von der Staatsanwaltschaft bzw. der Armee (die damalige französische Polizei war selbst involviert) machen das saucool. Es geht bis in höchste staatliche Kreise (Alan Bates) und ins ganz Private (Charlotte Rampling als Brossards Ehefrau). Aus dem Promi-Ensemble ragt aber besonders die Hauptperson Pierre Brossard (Michael Caine) heraus. Er wirkt gehetzt, verschwitzt und ist am Ende außer Atem. Gejagt von mehreren Interessengruppen.
    Anfangs kommt er noch als freundlicher, älterer Herr daher, bis er schneller zieht als ein auf ihn angesetzter Killer. Er hat Herzprobleme und ist zutiefst religiös. Das erklärt die Hilfe durch die Kirche. Doch seine Freunde lassen ihn fallen und die Feinde kommen immer näher.
    Und damit es nicht zu einseitig wird, wird schon mal darauf hingewiesen, dass Brossard als junger Mann damals in gutem Glauben als Befehlsempfänger gehandelt hatte, was ihn aber nicht daran hinderte sich zu bereichern.
    Spannend, wichtig und grandios gespielt.

  • Gut gemeint...
    Und die Moral von der Geschichte: es muss jeder - auch ein Kriegsverbrecher und Kolaborateur - die Rechnung für seine Verbrechen bezahlen; manchmal wird sie von staatlichen Instanzen präsentiert, manchmal von noch schlimmeren Verbrechern, die befürchten müssen, von einem kleinen Licht abgefackelt zu werden. Die Idee zum Film fand ich hervorragend, Michael Caine ist auch hier ein Ausnahmeschauspieler, allerdings ist die Sache etwas platt erzählt und die Nebenrollen (besonders die der Untersuchungsrichterin) meiner Meinung nach fehlbesetzt. Charlotte Rampling dient mit ihrem Namen als Aufputz, kommt aber gerade einmal 4 Minuten in dem Film vor, in einer Streitszene mit der Hauptrolle.... Alles in allem ist mein Statement zu diesem Film: es ist gut, wenn solche Geschichten erzählt werden, aber es wäre wichtig, dass auf allen Ebenen Spitzenleute arbeiten. Sonst geht man aus dem Kino mit dem Gefühl, dass er ja gut gemeint war, aber so richtig mitgerissen hat er niemanden.