The Walker

 USA/GB 2007
Drama, Krimi 108 min.
5.90
The Walker

Carter Page, ein smarter Gigolo-Typ, begleitet die einsamen, aber gut betuchten Damen der Washingtoner Upper Class, wann immer sie danach verlangen: zur Oper, zum Dinner oder zum Kartenspielen. Als seine beste Freundin Lynn Lockner, eine attraktive Senatorengattin, ihn um Hilfe bittet, weil ihr Liebhaber brutal ermordet wurde, gerät Carter, wie auch schon sein Alter Ego Julian Kay aus American Gigolo, in ein Netz aus Intrigen - und er selbst unter Mordverdacht. Nun ist es an ihm, zu beweisen, wie gut er wirklich sein kann. Paul Schrader war schon immer weniger an Thesen als an Stil interessiert. In The Walker führt er nun fort, was er in American Gigolo und Light Sleeper begann, die nun zusammen mit Taxi Driver, zu dem Schrader das Drehbuch schrieb, eine sehr lose gefügte Tetralogie über Schuld und Sühne bilden: Woody Harrelson ist als schwuler Südstaaten-Beau, der reichen Damen Gesellschaft leistet, eine abenteuerliche Besetzung, aber wie er sich im Netz von Kristin Scott Thomas, Lauren Bacall und Lily Tomlin verstrickt, ist eine rührende Hommage an den American Gigolo, dessen Themen alle wiederkehren. Der entscheidende Unterschied ist nur, dass der Walker nicht durch eine Frau erlöst wird, sondern selbst erwachsen werden muss. Lange genug hat er gebraucht. (Michael Althen)

(Text: Viennale 2007)

Details

Woody Harrelson (Carter Page), Kristin Scott Thomas (Lynn Lockner), Lauren Bacall (Natalie Van Miter), Ned Beatty (Jack Delorean), Moritz Bleibtreu (Emek Yoglu), Mary Beth Hurt (Chrissie Morgan), Lily Tomlin (Abigail Delorean), Willem Dafoe (Larry Lockner), William Hope (Mungo Tenant)
Paul Schrader
Anne Dudley
Chris Seager
Paul Schrader

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Escort Service
    Wenn Paul Schrader zum Filmset ruft, kommen die Promis in Scharen. Und er hat einen intelligenten Dreh gemacht. Manchen könnte es stören, dass es hier keine Handlung gibt, (sogar ein Mord geschieht fernab der Kamera) stattdessen geistreiche Dialoge. (z.B. „Das Rad dreht sicht noch, aber der Hamster ist schon lange tot.“) Wir werden mitgenommen in die Welt der Schönen und Reichen. Und die vertreiben sich meistens die Zeit mit Klatsch und Tratsch über andere. Im Mittelpunkt stehen Kristin Scott Thomas und Woody Harrelson, der eigentlich nicht so recht dazugehört, aber den ironischen Randbemerkungen der beiden kann man durchaus entnehmen, dass sie über gutes Insiderwissen verfügen. Man heuchelt Wertschätzung, macht geheimnisvolle, zynische Bemerkungen und wird auf der Woge des Zufalls davongetragen. So sehen wir eine zynische Spiegelung der High Society und zugleich eine Selbstspiegelung. Das geschieht mit cooler Arroganz, grenzenloser Selbstüberschätzung aber stets mittels geistreicher Bonmots, an denen Oscar Wilde seine Freude gehabt hätte.