The Winslow Boy (1999)

 USA/GB 1999
Drama, Literaturverfilmung 104 min.
7.30
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Mamets sechste Regiearbeit, basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Terence Rattigan aus dem Jahre 1946.

England, 1912. Die Famile Winslow sitzt gerade mit Freunden der Familie zu Tisch, als Ronnie (Guy Edwards), der jüngste Sohn der Winslows, mit einer schlechten Nachricht im Haus seiner Eltern eintrifft. Des Diebstahls einer Briefmarke zu fünf Shilling bezichtigt, wurde er von der Schule gewiesen. Ronnie beteuert seine Unschuld, und Arthur Winslow (Nigel Hawthorne), das stolze Familienoberhaupt der Familie, widmet sich von nun an der Aufgabe, seinen Sohn von den Vorwürfen zu befreien. Dies ist jedoch kein einfaches Unterfangen. Da die Marine direkt dem Königshaus untersteht, und der König keine Fehler macht, ist sie gegen jegliche Rechtsmittel immun. Arthur Winslow macht seinen gesamten Einfluß geltend, denn es gibt Mittel und Wege, den Fall trotzdem vor Gericht zur Verhandlung zu bringen.
Doch der Rechtsstreit macht niemanden glücklich. Er belastet die Familie Winslow, die Gesundheit Arthurs. Sogar die Beziehung von Catherine (Rebecca Pidgeon), Arthur's Tochter, zu dem jungen John Watherstone (Aden Gillett) leidet darunter, da John's Vater eine Heirat der beiden verhindern will, wenn dem ganzen kein Ende gemacht wird. Doch auch die Öffentlichkeit verlangt nun nach einer Entscheidung in der Sache, einen Weg zurück gibt es nicht mehr...

DAVID MAMET gilt als einer der besten Drehbuchautoren Hollywoods (u.a. "Wenn der Postmann zweimal klingelt", "The Untouchables - Die Unbestechlichen", "Wag the Dog", "Ronin") und führt seit 1987 auch selbst Regie ("House of Games", "Homicide"). WINSLOW BOY, Mamets sechste Regiearbeit, basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Terence Rattigan aus dem Jahre 1946.

Details

Nigel Hawthorne, Jeremy Northam, Rebecca Pidgeon
David Mamet
Alaric Jans
David Mamet, nach dem Theaterstück von Terence Rattigan

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Eine Frage der Ehre
    Ein Sozialdrama mit historischem Hintergrund, zu dem Terence Rattigans Theatervorlage diente. Ihm verdanken wir die geschliffenen Dialoge, Regisseur Mamet hingegen die britisch unterkühlte Art und Weise, in der hier agiert wird. Das engt die Darsteller stark ein und reduziert sie zu Holzfiguren. Oberste Maxime ist nun halt mal ‘Contenance‘ wahren. Der Grund der Gerichtsverhandlung scheint immer noch aktuell. (Heute wird auch noch eine Kassiererin wegen ein paar € entlassen.) Ronnie Winslow soll eine Postanweisung gestohlen, die Unterschrift gefälscht und eingelöst haben. Hat er natürlich nicht. Vater Winslow (Nigel Hawthorne) ruiniert seine Familie finanziell, die Verlobung seiner Tochter Catherine (Rebecca Pidgeon, Ehefrau des Regisseurs) platzt und Sohn Dickie (Matthew Pidgeon, Rebeccas jüngerer Bruder) muss Oxford verlassen. Ein Pyrrhussieg also für diesen Familienverband im doppelten Sinne. Das Ambiente ist artgerecht, die erwartete Lovestory zwischen Catherine und Anwalt Morton bleibt aus. (‘No sex please, we are British‘.)
    Es gilt nur noch ein Gefühl: die Ehre, die Familienehre. Lediglich die Streitgespräche zwischen Winslow und seinem Anwalt Morton (Jeremy Northam) bewegen einen zum Weiterschauen. Sie streiten eigentlich um ‘des Kaisers Bart‘. Mutter Winslow (Gemma Jones) leidet am meisten unter dem Drehbuch. Die deutsche Synchronisation ist manchmal hanebüchen (‘3 und 6‘ öfter wiederholt soll heißen 3 Shilling und 6 Pence).
    Wer’s mag?! Konventionelles Kino mit dazu passendem Thema.

  • Also wirklich !
    Ich kann mir nicht helfen, aber was findet man an diesem Film? Emotionsloseres Kino habe ich wirklich selten erlebt. Der Plot selbst ist ja nicht so schlecht, aber die Umsetzung ist absolut mißlungen! Gähnattacken haben mich die ganze Zeit über geplagt und ich konnte mich des Eindrucks einer Folge der "lieben Familie" nicht erwehren. Ich habe es bereut Ihn mir vor mehreren Monaten in der Videothek ausgeliehen zu haben, nicht auszudenken, wenn ich deswegen ins Kino gegangen wäre. Schluß, der Film ist einfach langweilig und das ist glaube ich die nüchterne Zusammenfassung einer Enttäuschung.

  • Ein Wunder, ein ´echter´ Film im Kino
    Ich kanns noch gar nicht wirklich glauben. THE WINSLOW BOY rockt also doch noch durch unsere Kinos. Spät aber doch. Das ist ein Hammer. Sensation! Sensation! Ich freu mich!

    Re: Ein Wunder, ein ´echter´ Film im Kino
    nun gut, alex - auf deine verantwortung ;-)
    ich liebe alle filme von g. tornatore und habe vor ein paar tagen amelie en montparnasse (mit einer winzigen spur enttäuschung, aber dennoch sehr positiven eindrücken) gesehen. daher - auf ins metro ...

  • the winslow boy
    ein film leise wie gefluester. die seltsame kinozone oesterreich (ist es in deutschland anders?)
    uebergeht die wunderbarsten filme erbarmungslos. (beispiele: «beloved«, «the sweet hereafter«). wird
    «the winslow boy« das gleiche schicksal erleiden? ich habe schon lange auf diesen film vom gro§artigen regisseur und drehbuchautor david mamet
    gewartet. im kinoprogramm tauchte «the winslow boy« bisher noch nicht auf, dafuer wurde ich in einer coolen englischen videothek fuendig. der film ist ein hammer und das drehbuch schlichtweg das beste und intelligenteste der letzten jahre! genug von doofen «gladiator« od. «mission impossible« - drehbuechern. etwas f¿rs hirn gefaellig. glaubt mir «the winslow boy« bietet einiges ueber das ihr nachdenken koennt. die geschichte des 14 jaehrigen sproessling der angesehenen englischen winslow-familie spielt zu beginn des letzten jahrhunderts. eines verbrechens beschuldigt, das er nie begangen hat, wird er aus einem college der koeniglichen armee hinaus geworfen. der vater glaubt an die unschuld seines sohnes und beginnt einen aus heutiger sicht beinahe unverstaendlichen «kampf« um recht und ehre. ein anscheinend aussichtsloser «kampf« der nahezu die familie spaltet. man erlebt wie unfair und meinungsbildend «tagesblaetter« schon immer waren, man sieht wie frauen mit all ihrer power um ihre rechte kaempfen und man glaubt letztendlich sogar die unaufdringliche message, da§ sich ein kampf um gerechtigkeit immer lohnt. die schauspieler sind alle gut, aber mein ganzer applaus geht an mamet. menschen und ihre geschichten - david mamet wei§ wie man sie erzaehlt! wer einmal wieder einen echten film sehen moechte - «the winslow boy« ist einer. auch fuer jene looser geeignet die nur den «unterhaltungswert« in einem film suchen.