Tout l'or du monde (End of the Rainbow)

 F/Australien 2007
Dokumentation 83 min.
film.at poster

In einer verlassenen Region von Guinea, Westafrika, trifft eine große Aufbereitungsanlage für eine Goldmine ein. Wie reagiert die ortsansässige Bevölkerung auf die Möglichkeiten und wirtschaftlichen Spaltungen, welche die Mine schafft? Wie sieht das Verhältnis zwischen örtlichen Arbeitssuchenden und dem ausländischen Personal, angezogen vom Gold und den sich eröffnenden Möglichkeiten, aus? Denn im Fall von Schwierigkeiten ziehen die Betreiber der Anlage das Militär hinzu, und die Konflikte über die Präsenz der Mine eskalieren. Das Gold wird aus dem Boden befördert - aber zu welchem Preis? Tout l'or du monde offenbart eine Welt, die sich für immer verändert, und porträtiert jene Menschen, die mit diesen Veränderungen kämpfen. Vor einigen Jahren arbeitete ich in Borneo an einem Film über die Auswirkungen, welche die Stilllegung einer Goldmine auf die Dayak, die indigene Bevölkerung des Landes, hatte. Man sagte mir, dass sie die alte Anlage halb um die Welt nach Afrika bringen würden. Das klang nach einem gewaltigen und unwahrscheinlichen Vorhaben, so ein wenig wie das Streben von Werner Herzogs Fitzcarraldo. Ich wusste nicht einmal, wohin genau die Anlage transportiert werden würde, aber ich fragte, ob ich einen Film darüber machen könnte. Bald stellte ich fest, dass sich die großen Maschinen im Tempo einer Trauerprozession bewegten - langsam, aber zielstrebig -, und dass nichts dieses Vorhaben stoppen würde. Doch umso genauer ich die Teile der Maschine filmte, umso mehr wurde meine Aufmerksamkeit auf die betroffenen Menschen gelenkt, welche die Rädchen im Getriebe waren, sowie auf die Bevölkerung in Guinea, in deren Leben die Maschine eintrat. Zuletzt wurde die Anlage selbst unwichtig, und stattdessen begann sich ein Porträt über zwei aufeinander treffende Welten - von einem kinematografischen Brennpunkt ausgehend - zu entwickeln. (Robert Nugent)

(Text: Viennale 2008)

Details

Robert Nugent
Jean Mallet
Laurent Chevallier
Rachel Sanderson

Kritiken

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