Turhan Bey - vom Glück verfolgt

 A 2002
Dokumentation 
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Turhan Bey war im amerikanischen Kino der 40er Jahre ein Leading Man. Ich habe mit ihm mehrere Gespräche geführt, die Grundlage dieses Films sind. Turhan Bey hat mit fast allen Stars seiner Zeit gearbeitet und war mit ihnen gut bekannt. Die Selbstironie, der feine Humor und die Leichtigkeit, mit der er über sein bemerkenswertes Leben spricht, das ihm, wie er selber sagt, so viel in den Schoß gelegt hat, nimmt einen sofort gefangen. Turhan Bey ist ein begnadeter Erzähler, und seine Geschichten über Tee bei Einstein, rauschende Hollywood-Parties und schöne Frauen wie Lana Turner oder Katharine Hepburn sind unterhaltsam, interessant und nie banal. Er ist kein Adabei, sondern jemand, der in dieser Welt zu Hause war. Abgesehen von den köstlichen Anekdoten, die er hinreißend erzählt, ist das Erstaunliche an seinem Charakter das Schwerelose, Losgelöste, das ihn Dinge, für die andere gekämpft hätten, so leicht wieder aus der Hand legen ließ. Loszulassen scheint für ihn eine Selbstverständlichkeit zu sein, und so bezeichnet er sich froh als bindungslos. Sein Leben spielt sich in seinem Haus im 19. Bezirk ab. Um es nicht verlassen zu müssen, lädt er eine kleine Runde von alten Freunden jeden Samstag zum Mittagessen zu sich. Seine Wohnung und sein Auto in Beverly Hills warten wohl vergeblich auf ihn. Bei einem meiner Besuche lag eine Einladung zur Hochzeit von Liza Minnelli auf seinem Tisch, doch er zieht Spaziergänge mit seinem Hund oder die Arbeit auf seinem zum Fotoatelier ausgebauten Dachboden vor. Turhan Bey ist einer der seltenen Menschen, denen das Leben keine Wunden geschlagen hat, vielleicht weil er sich ihm nie ausgesetzt hat. Auf die Frage nach Stunden der Verzweiflung reagiert er mit ehrlicher Ratlosigkeit. Von politischen Aussagen hat er sich konsequent ferngehalten und tut es immer noch. Ich danke ihm für seine Offenheit und die Geduld, mit denen er die vielen Stunden im Gespräch mit mir zugebracht hat. (Andrea Eckert)

Details

Sybille Nabel, Susanne Nabel, Jochen Wolf, Franz und Ursula Winzentsen, Christian Willig, Franz Josef Schuh, Heiner Böttger Klaus Wyborny
Andrea Eckert
Klaus Wyborny
Herbert Senegacnik
Klaus Wyborny
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