Voyage en sol majeur / Voyage in G Major

 F 2006
Dokumentation 54 min.
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Jahrelang hat er sich darauf vorbereitet, jetzt ist der Augenblick endlich gekommen: Der 91-jährige Franzose Aimé Helbing begibt sich auf eine Reise quer durch Marokko, und sein Enkel, Regisseur Georgi Lazarevski, kommt mit, um das große Abenteuer mit der Kamera festzuhalten. Aimé ist ein charmanter, humorvoller Mensch, der sich auf die Reise freut, und Lazarevski filmt ihn mit viel Geduld. Er zeigt uns die Bilder, welche die beiden Männer aufnahmen und verbindet mittels Begleitkommentar die einzelnen Teile ihrer Reise. Doch trotz seines scheinbar gelassenen Auftretens blickt Aimé mit Bedauern auf sein Leben zurück. Und auch seine Frau Alice, die Lazarevski zu Hause interviewt, meint: «Ich hatte kein glückliches Leben.» Stets wollte Aimé es «wagen, Dinge zu tun», aber nie hat er etwas unternommen, um seine Pläne auch in die Tat umzusetzen. Mehr als vierzig Jahre lang spielte er Geige in einem Sinfonieorchester, doch in Wahrheit war er damit nie zufrieden, wie sich nun herausstellt. «Warum habe ich nie versucht, als Solist zu spielen?», grübelt er vor sich hin und bedauert, sein Instrument verkauft zu haben. Jetzt ist er schwerhörig und muss feststellen, nie wieder Musik hören zu können. Doch die Reise nach Marokko tut Aimé gut. Wie seine Frau richtig erkennt: «Sein Leben spielte sich stets in Moll ab, jetzt ist es in Dur.» Was Lazarevski mit einem wunderbaren Schlussakkord während des Nachspanns unterstreicht.

(Text: Viennale 2007)

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Georgi Lazarevksi
Felix Mendelssohn Bartholdy, Antonín Dvorák, Johann Sebastian Bach
Georgi Lazarevski
Georgi Lazarevski

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