Weekend (1967)

 F/I 1967

Week End

Tragikomödie 105 min.
7.40
Weekend (1967)

Roadmovie über die entfesselte Zerstörungskraft der bürgerlichen Gesellschaft, die sich buchstäblich selbst zerfleischt.

Corinne und Roland, ein junges Ehepaar aus Paris, wollen zum Wochenende aufs Land fahren, um - durch heimliches Vergiften - den Tod von Corinnes Eltern schneller herbeizuführen, deren Testament ihnen eine Millionenerbschaft zusichert. Doch unterwegs geraten die beiden in endlose Autostaus, werden Zeuge blutiger Unfälle und entkommen nur mit knapper Not einem militanten Anhalter, der vorgibt, Gott zu sein. Die Zivilisation entpuppt sich als urbaner Guerillakrieg, durch den sich Corinne und Roland schlagen, auch nachdem ihr Wagen Schrott ist. Endlich am Ziel angelangt, bringen sie Corinnes Mutter um, können aber mit der Erbschaft nichts anfangen, nachdem sie in die Hände von Kannibalen fallen, die Roland zu Wurst verarbeiten.

Details

Mireille Darc, Jean Yanne, Jean-Pierre Kalfon, Juliet Berto, Jean Eustache, Daniel Pommereulle, u.a.
Jean-Luc Godard
Antoine Duhamel
Raoul Coutard
Jean-Luc Godard

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Schwerstarbeit
    Godard hat in seinem Experimentalfilm alles anders gemacht als wir es bis dato gewohnt waren. Die einzelnen Szenen reiht er wie Perlen auf einer Schnur auf. Jede eine eigenständige Einheit für sich, völlig losgelöst vom Ganzen. Lediglich ein Ehepaar (Mireille Darc und Jean Yanne) dient quasi als Schnur, die alles zusammenhält.
    Durch diese Figuren zeichnet sich so etwas wie ein Zusammenhang ab. Der Blickwinkel wird verändert, unbeantwortbare Fragen dem Zuschauer und den Akteuren gestellt: ‘Werden sie lieber von Mao oder Johnson reingelegt?‘ (1967!) oder an der Woche der 4 Donnerstage ‘Sind sie im Film oder in der Wirklichkeit?‘ Die Darsteller stehen bisweilen neben sich und streiten um die Annahme eine Rolle im Film. So entsteht eine fiktive Ordnung aus einem kunterbunten Chaos, eine surreale Abfolge von Einzelszenen, die jeglichen Boden der bisher gekannten Realität verlassen haben und jederzeit in einen neuen, unerwarteten Abgrund stürzen können. Manches scheint vertraut, anderes grotesk. Manches äußerst ungewöhnlich, anderes total daneben.
    Godard zerschlägt konsequent jeglichen bisher gewohnten inhaltlichen Zusammenhang. Diese Chaosmethode ermöglicht ihm eine grenzenlose Freiheit der Gestaltung. Was oft als Spiel gemeint ist, bedeutet für den Zuschauer Schwerstarbeit, denn Tempo und Überraschung sind immer dabei. Und gerade das, was man niemals erwartet hätte, passiert als Nächstes. Anstrengend!