Wie kam Oscar auf die Welt?

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Gezeugt wurde der weltberühmte Kleine auf einer Serviette. Als die 1927 gegründete Academy of Motion Picture Arts and Sciences  im folgenden Jahr beschloss, einen Preis für herausragende filmische Leistungen ins Leben zu rufen, kritzelte Cedric Gibbons, damaliger Filmarchitekt der MGM-Studios, bei einem Bankett  erste Entwürfe der späteren  Statuette auf seine Papierservietten. Ein Jahr später erblickte der auf einer Filmrolle stehende goldene Schwertträger dann tatsächlich das Licht der Welt, denn am 16. Mai 1929 wurde der Akademiepreis erstmalig vergeben. Der erste männliche Preisträger war an diesem Tag allerdings gar nicht anwesend: der deutsche Schauspieler Emil Jannings hatte die Auszeichnung bereits zu einem früheren Zeitpunkt entgegengenommen und hielt sich längst wieder in seiner europäischen Heimat auf. 

Mehrer mögliche Taufpaten

Anfangs hieß die Trophäe noch schlicht „The Statuette“ oder „Academy Award of Merit“ und erst abermals zwei Jahre später lassen sich Belege für die Verwendung des Eigennamens nachweisen. Wie es zur Namensgebung gekommen ist und wer als Taufpate fungierte, konnte nie eindeutig geklärt werden: immerhin kursieren ein paar Gerüchte, von denen eines besagt, dass Margaret Herrick, die Bibliothekarin der Akademie, den Anblick der Statue mit den Worten kommentierte: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar!“ Eine weitere Variante bringt den Filmstar Bette Davis ins Spiel: sie soll durch den  Kleinen – oder eigentlich dessen Hinterteil -  an  ihren ersten Mann Harmon „Oscar“ Nelson erinnert worden sein. Aber auch Walt Disney oder Filmkolumnist Sidney Skolsky haben sich oscar-verdächtig gemacht.


Äußere und innere Kennzeichen
Halten wir uns nach all diesen Mutmaßungen  lieber an handfeste Tatsachen. Oscar wiegt fast  4kg und bringt es  auf eine Größe von knapp 35cm. Richtig wertvoll ist nur seine dünne Außenhaut aus 24karätigem Gold, doch das soll nicht von seinen inneren Qualitäten ablenken: Der haarlose Goldjunge hat nämlich trotzdem keinen Hohlkopf, sondern besteht inwendig aus einer Hartzinn-Legierung (auch Britanniametall genannt). Seine Herstellungskosten belaufen sich auf etwa 500 US-Dollar, aber sein ideeller Wert ist selbstverständlich unbezahlbar.

franco schedl

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