Wilde Herzen

 F 1994

Les Roseaux Sauvages

Drama, young 110 min.
7.60
Wilde Herzen

Die Erlebnisse dreier Teenager in Südfrankreich während der Zeit des Algerienkrieges.

Während im Sommer 1962 der Algerienkrieg tobt, verstrickensich Maité, die Tochter der kommunistischen Literaturlehrerin, Francois, Serge und der etwas ältere Henri in Irrungen und Wirrungen ihres Gefühlslebens. Die politische Ereignisse bleiben dabei als Folie für die episodenartig aufbereitete Geschichte der Teenager und ihrer Beziehungen präsent.

Filmladen Wien

Details

Élodie Bouchez, Gaël Morel, Stéphane ­Rideau, Frédéric Gorny, Jacques Nolot, u.a.
André Téchiné
Chubby Checker
Jeanne Lapoirie
André Téchiné

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Wilde Schilfrohre
    Der deutsche Titel ist nicht schlecht, trifft aber Téchinés Absicht nur zum Teil. Der verweist auf die Fabel von der ’Eiche und dem Schilfrohr’. Letzteres beugt sich, aber es bricht nicht. Ein Bild, das auch schon mal Politiker gerne verwenden. Hier ist es die Haltung von vier jungen Leuten (drei Jungs und die hübsche Elodie Bouchez), die wie das Schilfrohr mal hier hin und mal dort hin tendieren. Alle Neigungen werden ausprobiert: suizidale, homo und heteroerotische, aber auch politische und allgemein intellektuelle. Dabei raufen und rauchen sie und testen die Wucht ihrer Argumente, die sie mal trotzig, mal schmollend, dann aber auch wieder stolz und verletzend austauschen. Es ist die französische Jugend der 60er Jahre im Wartestand zwischen Algerienkrieg und Rock ’Roll. Die für die Zeit so typischen Musikbeispiele sind aus den Top Ten jener Zeit. Das gemeinsame Bad im Fluss bringt auch keine klare Entscheidung. Alle verbleiben in der Probierphase, ohne sich endgültig festzulegen. Das ist das geniale an diesem Film: er erfüllt keine vom Zuschauer üblicherweise erwartete Pärchenbildung, sondern er bleibt seinem französischen Titel ganz konsequent treu, bis zum letzten Bild.