Winterdieb

 F/CH 2012

L'enfant d'en haut (aka. Sister)

Drama 26.04.2013 97 min.
7.10
Winterdieb

Ein kleiner Junge bestiehlt reiche Skitouristen und verkauft deren Ausrüstung an die Kinder seines Wohnblocks.

Der zwölfjährige Simon fährt im Winter mit einer kleinen
Seilbahn vom Industriegebiet im Tal, wo er allein mit
seiner Schwester Louise lebt, in das prächtige, höher
gelegene Skigebiet. Dort stiehlt er reichen Touristen
Skier und Ausrüstung, um sie an die Kinder seines Wohnblocks
zu verkaufen. Er erzielt damit ein bescheidenes,
aber regelmäßiges Einkommen. Simons Machenschaften
nehmen mit der Zeit immer größere Ausmaße an.
Louise, die vor kurzem ihre Stelle verloren hat, profitiert
davon und wird immer abhängiger von Simon ...

Details

Kacey Mottet Klein, Léa Seydoux, Martin Compston, Gillian Anderson
Ursula Meier
Agnès Godard
Antoine Jaccoud, Ursula Meier, Gilles Taurand
Thimfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Das Kind von da oben
    Der zweite Film von Ursula Meier ist durchdachter und daher auch eindrucksvoller als ihr Erstling. Der 12jährige Simon (Kacey Mottet Klein), der unten im Tal in einem seelenlosen Hochhaus wohnt, fährt ins Skigebiet hinauf auf den Berg und klaut den reichen Touristen ihre Ausrüstung. Damit verdient er für sich und seine ‘Schwester‘ Louise (Léa Seydoux) den gemeinsamen Lebensunterhalt.
    Diese Ausgangssituation wird dramaturgisch gesteigert durch diverse Probleme, die der Job für Simon mit sich bringt. Gleichzeitig erhöht aber auch die menschliche Seite der Geschichte ihre Schlagzahl. Louise gesteht, dass für sie Simon seit 12 Jahren ein Klotz am Bein war. Zweifel an dem angeblichen Bruder-Schwester Verhältnis kommen auf.
    Hier liegt die Stärke des Films. Während Simon unter der Einsamkeit leidet und erst am Ende unter Tränen seine verletzte Seele offenbart, ist Louise alles andere als eine Mutter. Diese Rolle hat sie immer schon abgelehnt und dabei bleibt es auch. Meier schildert auch Ansätze der Verwahrlosung des sonderbaren Pärchens. Die lokale Differenz von unten (wo die Armen wohnen) und oben (die Reichen) ist eine ebenso geistreiche Facette wie das Ende: Simon und Louise in zwei gegenläufig fahrenden Gondeln. Die Welt der Reichen wird kurz aber eindrucksvoll von Gillian-Akte-X- Anderson verkörpert.
    Plot und Schauspieler überzeugen. Das wunderschöne, winterliche Panorama dient als Kontrast zum menschlichen Drama.