Wonder Woman

 USA 2017
Fantasy, Abenteuer, Action 15.06.2017 ab 12 141 min.
preview Woner Woman
7.50
7.90
Wonder Woman

Nach ihrem ersten Auftritt in "Batman vs. Superman" erhält nun die Frau mit den besonderen Kräften einen eigenen Film, in dem ihre Vorgeschichte erzählt wird.

Vor ihrem Siegeszug als Wonder Woman wurde die Amazonenprinzessin Diana zu einer unüberwindlichen Kriegerin ausgebildet. Sie wuchs in einem abgelegenen Inselparadies auf – erst von einem notgelandeten amerikanischen Piloten erfährt sie von den fürchterlichen Konflikten im Rest der Welt. Darauf verlässt sie ihre Heimat, weil sie überzeugt ist, dass sie der bedrohlichen Situation Herr werden kann. In dem Krieg, der alle Kriege beenden soll, kämpft Diana an der Seite der Menschen, entdeckt allmählich ihr volles Potenzial … und ihre wahre Bestimmung.

Details

Gal Gadot, Robin Wright, Chris Pine, David Thewlis, Connie Nielsen u.a.
Patty Jenkins
Rupert Gregson-Williams
Matthew Jensen
Jason Fuchs, Zack Snyder
Warner Bros.
ab 12

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

7.5

User Kritiken

  • Die Hauptdarsteller:

    Ex Soldatin Gal Gadot geht nun endgültig in ihrer Rolle der Diana Prince auf. Mit Charme und Präsenz verleiht sie der Superheldin Wonder Woman  schon zum zweiten Mal ein Gesicht und erzeugt mit schauspielerischer Raffinesse in ihrer Rolle eine leichte Naivität, die dafür sorgt, dass auch die kleinen Gags im Film einwandfrei funktionieren. Hollywood Schnuckel Chris Pine spielt den Geheimdienstmitarbeiter Steve Trevor wieder mit einer Lässigkeit und Coolness, die ihn schon zum perfekten Nachfolger von William Shatner in „Star Trek“ machten. Er zeigt einmal mehr, dass er nicht nur physisch alles zu bieten hat, was in Superhelden-Blockbustern benötigt wird, sondern auch ein höchst talentierter Mime ist. Auch Danny Huston ist ebenfalls sehr gut gecastet, da seine abgebrühte Art zu spielen und sein berühmtes, wölfisches „Jack Nicholson“ Grinsen, perfekt zum Charakter des deutschen General Ludendorff passen. Der alteingesessene Hollywoodstar David Thewlis bringt für seine Rolle als Sir Patrick Morgan einen guten Mix aus Routine und Charisma mit, schafft es an den richtigen Stellen aber trotzdem, das die Zuschauer sein sympathisches Gesicht einfach auch mal nicht mögen. Zwei der wichtigsten Nebendarsteller übernehmen exakte Kopien von Rollen, welche wir von ihnen schon in anderen Filmen gesehen haben. Zum Einen Ewen Bremner in der Rolle des Scharfschützen Charlie, bei dem es scheint, man hätte ihn 1:1 aus dem Film „Pearl Harbor“ geholt und zum Anderen Said Taghmaoui, welchen wir 2011 schon genauso an der Seite von Jason Momoa in „Conan“ gesehen haben. Das tut dem ganzen aber keinen Abbruch, da beide routinierte, gewitzte Schauspieler sind und sehr gut in die Truppe passen.
     
    Der Film:

    Es stellte sich bisher die Frage, wo im DC Extended Universe der Wurm drin ist, der dafür sorgte, dass es nicht so recht zünden will. Nun scheint die Frage beantwortet, was benötigt wurde – weibliche Raffinesse. Regisseurin Patty Jenkins schafft mit viel Fingerspitzengefühl und dem sehr guten Drehbuch von Jason Fuchs und William M. Marston das, was DCEU Mastermind Zack Snyder bisher nicht wirklich gelungen ist, denn „Wonder Woman“ ist richtig, richtig gut. War es beim ersten Auftritt von Gal Gadot als Diana Prince in „Batman vs Superman“ noch schwieriger sie einzuordnen und mit dem Charakter umzugehen, bekommen wir hier ihre persönliche Geschichte präsentiert. Regisseurin Jenkins nimmt sich Zeit um uns die Beweggründe hinter dem Handeln von Diana Prince zu erklären und verleiht so dem Charakter die benötigte Tiefe. Es wird sich speziell auf die Person konzentriert und nicht nur auf das Vorantreiben der „Justice League“. Der Appetit auf die Avengers des DC Universe wird natürlich geschürt, jedoch steht dies nie im Vordergrund und wird nicht zur Priorität. Auch geht „Wonder Woman“ mit viel mehr Feinheit an den Start als seine bisherigen DCEU Kollegen und findet eine fantastische Mixtur aus dosiert verabreichten, wieder bombastischen Effekten und Handlung. Dabei entsteht eine Struktur, die immer wieder Ruhe ins Geschehen bringt und die Geschichte weitererzählt, bevor die nächste Ladung gezündet wird. Somit entsteht keine Reizüberflutung und wir bekommen immer wieder sogar einen Moment zum nachdenken. Das Setting in den Gräueln des ersten Weltkriegs ist gut gewählt, da hier zum Einen der Wille der Prinzessin Diana - der Menschheit helfen zu wollen - voll und ganz nachvollzogen werden kann, zum Anderen bekommen die wirklich Hilflosen, in diesem hauptsächlich am Boden gekämpften Krieg, ein Gesicht. Ist es doch in Superheldenfilmen immer wieder ein schweres Thema, dem Tun des Helden einen Sinn zu verleihen und die schwachen zu personifizieren - dies gelingt hier in den Einstellungen mit zivilen Dörfern sehr gut. Eines der am besten funktionierenden Details an dem Streifen ist jedoch das Hauptdarstellerpärchen. Selten funktioniert die Chemie zwischen männlicher und weiblicher Hauptrolle so gut wie bei Gal Gadot und Chris Pine. Die kleinen Dispute zwischen den beiden und auch die naive Comedy, die sehr überlegt und dosiert verabreicht wird, könnte ohne die passenden Darsteller sehr schnell ins lächerliche driften, doch hier funktioniert alles. Dies ist mit ein Grund dafür, dass die sehr stolzen 141 Minuten des Films wie im Flug vergehen und die Handlung über die volle Laufzeit kaum an Tempo verliert. Womit man sich vielleicht etwas zurückhalten hätte können, sind die heroischen Einstellungen im Slow Motion Betrieb. Hier und da verleiht diese Art der Kameraführung schon eine gewisse Wucht, jedoch kann es auch übertrieben werden, da langgezogene Bilder dieser Sorte recht schnell mit dem Klaumaukgenre assoziiert werden. So viele Nahaufnahmen in „Slo Mo“ Diana Prince auch bekommt, wird diese jedoch nicht auf ihr äußeres reduziert, was auch ganz sicher der weiblichen Regie gutzuschreiben ist. Eine Figur wie die Amazone Diana würde ansonsten wahrscheinlich sehr schnell auf das Niveau der TV Serie „Xena“ geschrumpft werden. Der größte Kritikpunkt findet sich aber in der Wahl des FSK 12, welches im DC Universe noch immer sehr gepflegt wird. Die Schlachtfelder und auch das definitiv stattfindende Sterben – das auch mannigfaltig durch die Hand der Heldin geschieht – verlieren mit durchwegs recht unblutigen Einstellungen an Intensivität und Schrecklichkeit. Ein Rating mit realistischerer Gewaltdarstellung hätte dem Treiben – insbesondere in Kombination mit dem starken Score von Rupert Gregson Williams aus der Hans Zimmer Musikschmiede Remote Control -  noch mehr an Wucht mitgegeben. Dies hätte auch dem Antrieb der Heldin, einfach nur das Richtige tun zu wollen und den Menschen zu helfen, noch mehr Gewicht verliehen und dem sehr starken Showdown noch einiges an Schärfe hinzugefügt.
     
    Fazit:

    Richtig gute Superheldenaction unter talentierter Regie mit gut platzierten Gags, handwerklich fein gemachten Effekten, einem brillanten Hauptdarstellerpärchen und einem gut durchdachten Drehbuch, welche zwar mit heroischer Slo Mo Optik übertreibt und von einer höheren FSK Beschränkung profitiert hätte, trotzdem aber ganz sicher einer der besten DC Filme seit Christopher Nolans „The Dark Knight“ ist.