Assassin's Creed

 USA 2016
Fantasy, Science Fiction, Abenteuer, Action 27.12.2016 ab 16 116 min.
preview Assassins Creed
6.00
6.60
Assassin's Creed

Verfilmung der beliebten Computerspielreihe über einen Mann, der vom mysteriösen Geheimbund der Assassinen abstammt und die Abenteuer seines Vorfahren aus dem 15. Jahrhundert nacherlebt.

Mit einer revolutionären Technologie, die seine genetischen Erinnerungen entschlüsselt, erlebt Callum Lynch (Michael Fassbender) die Abenteuer seines Vorfahren Aguilar im Spanien des 15. Jahrhunderts. Callum erkennt, dass er von einem mysteriösen Geheimbund, den Assassinen, abstammt und sammelt unglaubliches Wissen und Fähigkeiten, um sich dem unterdrückenden und mächtigen Templerorden in der Gegenwart entgegenzustellen.

Details

Michael Fassbender, Marion Cotillard, Essie Davis, Jeremy Irons, Brendan Gleeson, Charlotte Rampling u.a.
Justin Kurzel
Jed Kurzel
Adam Arkapaw
Michael Lesslie
Centfox
ab 16

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

6

User Kritiken

  • In erster Linie lagen die größten Erwartungen hier natürlich auf dem üblicherweise brillanten Michael Fassbender. In „Assassins Creed“ übernimmt er die Doppelrolle des in der Gegenwart lebenden Verbrechers Callum Lynch und gleichzeitig die von Lynchs Vorfahren aus dem spanischen Andalusien im Jahr 1492 – dem Assassinen Aguilar. Ob es an fehlegeleiteten Regieanweisungen oder einfach nur am schwachen Drehbuch liegt, der auch an der Produktion beteiligte Fassbender bleibt die meiste Zeit hinter seiner üblichen Qualität zurück. Zwar flackert hin und wieder die Genialität seiner schauspielerischen Fähigkeiten durch, beinahe jedoch nur wenn er als wortarmer Aguilar auftritt, dieser steht ihm etwas besser als der moderne Callum Lynch. Auch Oscar Preisträgerin Marion Cotillard in der Rolle der „Abstergo“ – Templerorden Wissenschaftlerin Dr. Sophia Rikkin bekommt keinen Raum um sich zu entfalten und ihrer Rolle ihren Stempel aufzudrücken. Somit verblasst auch dieser Charakter und bleibt nicht im Gedächtnis. Ihren Filmvater Jeremy Irons in Form des „Abstergo“ Vorsitzenden Alan Rikkin und Brendan Gleeson in der Rolle des Joseph, treffen ähnliche Schicksale, da deren Charaktere in keiner Weise den Tiefgang bekommen den sie benötigt hätten um als diabolischer Antagonist und Ex Assassine zu überzeugen. Auch diese üblicherweise sehr guten Charakterdarsteller dürfte die Wucht des schlechten Drehbuchs getroffen und zum Verhängnis geworden sein.

    Der Film:

    Es gibt nur ein einziges Wort, welches die Umsetzung der „Assassins Creed“ Reihe für die große Kinoleinwand beschreiben könnte – „schade“. In vielerlei Hinsicht leidet die lang erwartete Umsetzung einer der beliebtesten Computerspiel Reihen unter den identen Fehlern wie die zahlreichen Vorgänger. Ein dünnes Drehbuch und lieblos gezeichnete Figuren lassen „Assassins Creed“ vorbeiziehen und in Vergessenheit geraten. Regisseur Justin Kurzel zeigte zwar schon, dass er zu weit mehr fähig wäre, da dieser mit den Darstellern Cotillard und Fassbender auch schon die bildgewaltige Umsetzung des Literatur Klassikers „Macbeth“ beeindruckend zum Leben erweckte und es dort verstand, auch mit wenig Worten, dafür mit viel Raum für die Schauspieler großes zu erschaffen. In der Welt von „Assassins Creed“ hätte es unüberschaubar viele Szenarien gegeben, welche die vielen Fans zufrieden stellen hätte können und um das große Potential auszuschöpfen. Beinahe nichts davon wurde benutzt und während sich die fortschreitenden Spiele des Franchise darauf konzentrierten, wieder mehr von den Assassinen darzustellen, etwas Abstand zur Templerfirma „Abstergo“ zu bekommen und sich in der Vergangenheit zu bewegen, schreitet die aktuelle Verfilmung in die genau entgegen gesetzte Richtung. Als Durchschnittszuseher, der nicht viel von den Spielen weiß und zum ersten mal in Ubisofts Welten eintaucht, stellt sich sehr schnell ermüdende Langeweile ein aufgrund von zu langen Dialogsequenzen statt Kampfszenen. Das wahre Potential der Geschichte wäre eindeutig in der Zeichnung des Assassinen Aguilar de Nerha gelegen. Doch bis auf eine angedeutete Romanze mit seiner Assassinen Kollegin Maria und den, zwar sehr gut choreographierten aber seltenen Kampfszenen, verläuft sich der Handlungsstrang im Nichts und lässt den Zuschauer etwas unbefriedigt zurück. Den Fuß etwas weg vom Gaspedal, was das Erzähltempo der Geschichte betrifft und dafür mehr Seele in den Charakteren, hätte dem Film gutgetan, denn ohne dementsprechende Vorkenntnisse über die Spielgeschichte (z. b. über die Templer Gemeinschaft „Abstergo“) kommt man schnell ins Trudeln. Schlag auf Schlag jagt eine Szene die nächste und bringt statt Erklärung nur noch mehr Verwirrung. Schlechtes Drehbuch, schöne Bilder. Die eindeutigen Stärken des Films liegen in der Visualisierung der wenigen Szenen um Aguilar de Nerha im Andalusien des 15. Jahrhunderts und den dort stattfindenden Kämpfen. Hier kommen die tollen 3D Effekte des Streifens erst richtig zur Geltung. Wenn Aguilar und die anderen Assassinen sich Gefechte mit den Templern liefern (erwähnenswert – ein sich physisch in absoluter Topform befindlicher Michael Fassbender), über Dächer laufen, an Mauern entlangspringen, den atemberaubenden Stunt des Falls aus großer Höhe bringen und ihre schon aus den Spielen bekannten Waffen benutzen. Hätten sich Ubisoft und Regisseur Kurzel vermehrt auf diese Dinge konzentriert anstatt sich Zuviel in der für einen Kinobesuch eines solchen Films doch eher langweiligeren Gegenwart aufzuhalten, hätte „Assassins Creed“ auf jeden Fall das Potential gehabt, ein unterhaltsamer Kinohit zu werden. Doch in dieser Form muss abgewartet werden ob der erste Teil, welcher augenscheinlich einen Auftakt darstellt, nicht der einzige bleiben wird.

    Fazit:

    Zuwenig durchdachte und leider langatmige Spieleadaption die ihren brillanten Darstellern aufgrund eines schwachen Drehbuchs zu oft nicht die Möglichkeit lässt ihre Kunst zu entfalten und unter einer lieblosen Charakterzeichnung zu leiden hat, jedoch aber mit schönen 3D Bildern, einer tollen Set Ausstattung und perfekt choreographierten (aber leider zu seltenen) Kämpfen noch punkten kann.

  • Assassin´s Creed löst sich vom simplen Computerspiel und entwickelt einen ganz eigenen Treasure-Hunt quer durch die Zeiten. Dieser Mix aus Historienspektakel im Stile eines Ridley Scott und unterkühlter Science Fiction ist überraschend sehens- und erlebenswert, wenngleich ihm jegliches Augenzwinkern abhanden gekommen ist. Weiterlesen auf https://filmgenuss.wordpress.com/2016/12/30/assassins-creed/