Auf Wiedersehen, Kinder

 Frankreich/BRD 1987

Au revoir les enfants

Drama 104 min.
8.10
film.at poster

In einem katholischen Internat wird gegen Ende des zweiten Weltkrieges ein jüdischer Junge von den Patres versteckt.

Im Jänner 1944 kehrt der elfjährige Julien (Gaspard Manesse), Sproß einer reichen Familie, aus den Weihnachtsferien in das von Patres geleitete Internat zurück. Julien wird drei neuen Mitschülern vorgestellt. Der gleichaltrige Bonnet (Raphael Fejtö) wird sein Klassenkamerad. Die anfängliche Abneigung gegen den Neuen - Bonnet ist anders, fremd, außerdem stellt er Juliens Stellung als Klassenbester in Frage - weicht einer zarten Vertrautheit, die durch Juliens Entdeckung der wirklichen Identität Bonnets verstärkt wird:

Bonnet ist Jude, sein wahrer Name lautet Kippelstein, und die Patres haben ihn und seine beiden Freunde illegal in die Gemeinschaft aufgenommen. Als jedoch der schwunghafte Schwarzhandel einiger Schüler mit dem Küchenjungen Joseph (François Négret) auffliegt und dieser seine Stellung verliert, während die Söhne reicher Eltern mit einem Verweis davonkommen, nimmt Joseph Rache und denunziert die Patres. Bonnet, durch einen Blick Juliens verraten, wird mit den beiden anderen jüdischen Kindern und dem Leiter des Internats von der Gestapo verschleppt.

Pater Jean (Philippe Morier-Genoud) ruft den Schülern "Auf Wiedersehen Kinder!" zu - das Insert am Schluß des Filmes lautet jedoch: Man hat nie wieder etwas von ihnen gehört...

(Text: Filmladen Wien)

Details

Gaspard Manesse, Raphael Fejtö, Francine Racette, Stanislas Carré de Malberg, Philippe Morier-Genoud, u.a.
Louis Malle
Franz Schubert, Camille Saint-Saëns
Renato Berta
Louis Malle

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Freundschaft inder Zerreißprob
    Der Titel ist auch der letzte Satz im Film. Und in diesem Spannungsbogen entwickelt Louis Malle eine Internatsgeschichte, die im 1943 von den Deutschen besetzten Frankreich spielt. Vier Fünftel sind nicht nur Lausbubengeschichten, sondern enthalten auch eine Fülle von Hinweisen auf das Finale der letzten Viertelstunde. Nur mit dem Wissen im Hinterkopf kann man die Anspannung der Buben und ihrer Betreuer nachvollziehen. Das Meisterhafte an diesem Werk ist die Machart. Die behutsame, detailgesteuerte Anhäufung von Hinweisen schafft eine Atmosphäre der Angst, die selbst von Zwölfjährigen verstanden wird und die aus Vermutung Gewissheit, aus kindlicher Unbekümmertheit heraus Folgen erahnen lässt, wie sie an sich nur Erwachsene erkennen können. Und das ohne jegliche musikalische Untermalung während der Endphase. Eindrucksvolle Stille, in der ein Blick zum Verrat genügt.