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04/23/2018

"Avengers: Infinity War": Wer ist Thanos?

In "Avengers: Infinity War" erzählt das Regie-Duo Joe und Anthony Russo die Ursprungsgeschichte von Thanos.

Thanos is coming! Aber: Who the f*** is Thanos? Er ist der galaktische Bösewicht, dem sich alle Marvel-Superhelden am 26. April im Kino entgegenstellen. Auf diesen epischen Mega-Showdown in zwei Teilen arbeitet Marvel bereits seit 10 Jahren und 18 Filmen hin. Im ersten Teil "Avengers: Infinity War" steht der Schurke im Mittelpunkt. Die legendäre Geschichte von Thanos füllt in der Comic-Vorlage ganze Sammelbände. Aber bekanntlich ist im Marvel Cinematic Universe (MCU) nicht immer alles genauso wie in der Comic-Vorlage. Daher haben wir hier zusammengetragen, was wir über Thanos bisher wissen.

 

SPOILER-ALARM! Wer vor dem Kinostart nichts über den Schurken von "Avengers: Infinity War" erfahren will, sollte hier nicht weiterlesen.

 

Epische Jagd nach den Infinity Stones

Avengers: Infinity War - Filmkritik

"Avengers: Infinity War" wird laut dem Regisseur-Duo Joe und Anthony Russo nicht nur ein "Film über Thanos" sein, sondern sogar aus seiner Sicht erzählt werden. Außerdem wird der Film starke Elemente eines "Heist Movies" im Stil von "Ocean's Eleven" haben. Die magischen Infinity Stones sind der Schatz, den sich Thanos holen will. Dabei verfolgt er diesmal einen ausgefuchsten Plan. Die Marvel-Helden stellen sich und seinen Lakaien, den "Children of Thanos", im Weltall und auf der Erde entgegen. Aber der Schurke scheint den Helden immer einen Schritt voraus zu sein. Im Zuge dieser Jagd nach den kosmischen Juwelen lernen wir die Hintergrundgeschichte von Thanos kennen. So wollen die Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely dem Schurken die gleiche emotionale Tiefe verleihen wie zuvor den Helden in ihren eigenen Filmen.

 

Der wahnsinnige Titan

Avengers: Infinity War

In Interviews hat Marvel auch schon einiges über die Herkunft und Motive von Thanos verraten. Im Comic wird er oft als "The Mad Titan" bezeichnet. Auch im MCU kommt er vom Planeten Titan. Seine Heimatwelt ist heute unbewohnt. Vor langer Zeit gingen dem überbevölkerten Planeten die Ressourcen aus. Thanos wollte die halbe Bevölkerung nach dem Zufallsprinzip exterminieren, was von den Bewohnern natürlich abgelehnt wurde. Er wurde als Wahnsinniger gebrandmarkt und von Titan verbannt. Doch die katastrophale Entwicklung auf seinem Heimatplaneten führte dazu, dass die gesamte Bevölkerung – wie er es vorhergesagt hatte – ausgelöscht wurde. Seitdem ist er davon überzeugt, dass sich das Leben im Universum unkontrolliert ausbreitet und das Leben selbst dadurch bedroht ist. Nach dem tragischen Schicksal seiner Heimatwelt hat er geschworen, dabei nicht mehr tatenlos zuzusehen.

 

Thanos sieht sich selbst nicht als den Bösen

Avengers: Infinity War

Aus diesem Grund zog Thanos lange Zeit durchs Universum und vernichtete die halbe Bevölkerung vieler Planeten. Er ist also sehr alt, vielleicht sogar unsterblich. Und er ist sehr mächtig, laut Joe Russo so gut wie unverwundbar und stärker als der Hulk. Doch als Schurke sieht sich Thanos selbst nicht, sagt Russo: "Schurke ist ein abschätziger Begriff, dem Thanos nicht zustimmen würde." Er sei ein "amoralischer Philosoph" und "nicht der Teufel, obwohl der Teufel manchmal neben ihm steht". Diese Beschreibung würde wohl auch auf die schlimmsten Verbrecher der Menschheitsgeschichte passen. Viele Extremisten haben gegen jeden Widerstand ein Ziel verfolgt, das sie für richtig gehalten haben. Das könnte man auch über Thanos sagen: Er will das ökologische Gleichgewicht des Universums wiederherstellen. Für ihn heiligt der Zweck die extremen Mittel. Mit den "Infinity Stones" hat er nun ein mächtiges Instrument entdeckt, mit dem er seine Mission auf einen Schlag erfüllen kann: die Auslöschung der Hälfte allen Lebens im Universum.

 

Unterschiede zum Comic

Dieses an sich hehre Ziel und die emotionale Hintergrundgeschichte in "Avengers: Infinity War" unterscheiden sich deutlich von der Comic-Vorlage. Dort ist Thanos von selbstsüchtiger Liebe getrieben. Der skrupellose Bösewicht will die Hälfte des Lebens im Universum auslöschen, um damit seine große Liebe zu beeindrucken. Diese große Liebe, die den unsterblichen Titanen immer wieder zurückweist, ist kein Geringerer als der Tod selbst. Bereits im Vorfeld gab es Spekulationen, ob im Kino die Todesgöttin Hela (Cate Blanchett) aus "Thor – Tag der Entscheidung" die Rolle von Thanos' Geliebter übernehmen könnte. Doch diese Theorien haben sich nicht bestätigt.

 

Kommt Mephisto im Film vor?

Avengers: Infinity War

Interessant ist auch die erwähnte Aussage der Drehbuchautoren, dass "der Teufel manchmal neben ihm (Thanos) steht". Denn in der Comic-Vorlage "The Infinity Gauntlet" ist der Teufel in Form der Marvel-Figur Mephisto tatsächlich mit von der Partie. Der Auftritt von Mephisto ist allerdings bisher nur Spekulation. Hingegen hat Marvel den Auftritt der "Black Order" indirekt bereits bestätigt (durch Action-Figuren für "Avengers: Infinity War"). So werden die sechs Generäle von Thanos genannt. Im Film werden aber nur vier Thanos-Lakaien unter dem Namen "Children of Thanos" vorkommen.

 

Erwin Schotzger