Ba Gua

 China 2009
Drama, Avantgarde 92 min.
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Guangzhou, in der Nacht vor dem chinesischen Neujahrsfest. Ein Mann läuft mit einem riesigen weißen Teddybären unter dem Arm durch die Straßen der südchinesischen Millionenstadt oder hängt verloren in einem Bus seinen Gedanken nach. Seine schwarze Tasche hütet er argwöhnisch, sogar wenn er sich die Haare waschen lässt. Er ist auf dem Weg zu seiner Ex-Freundin, die ihn verlassen hat und in die Großstadt gezogen ist. Er möchte sie überreden, wieder zu ihm zurückzukehren. Währenddessen sitzen in einem der unzähligen schäbigen Hinterzimmer zwei Wachbeamte und spielen Mahjong, brechen einen Streit vom Zaun, lassen sich massieren und begeben sich auf die Suche nach Frauen für die Nacht. Bald stehen sie verloren in einer der vielen dunklen Gassen. Die Frau und das kleine Mädchen, die durch die Straßen ziehen, haben hingegen ein klares Ziel: Sie brauchen Geld, denn sie wurden - so behaupten sie wenigstens - bestohlen und brauchen Bahnkarten für die Heimreise. Tatsächlich nimmt sie ein Mann, der Interesse am Mädchen zeigt, mit in sein Apartment. «Ba Gua» nennt man die acht Trigramme des altchinesischen I Ging, wobei ein Trigramm aus drei - jeweils durchgezogenen oder unterbrochenen - Linien besteht. Darauf bezieht der chinesische Regisseur Fu Hao auch seine drei Erzählungen in Eight Diagrams, die parallel im Laufe dieser wichtigen Nacht geschehen. Im Gegensatz zu dem leidlich bekannten Muster, das in der Regel vom dramaturgischen Effekt des Aufeinanderpralls lebt, geht es Fu Hao um die Atmosphäre der Zehnmillionenstadt: Gerade so, als ob die Stadt von ihnen Besitz ergriffen hätte und nicht umgekehrt, irren die Menschen durch die Straßen, suchen nach einer billigen Unterkunft oder einem ebensolchen Vergnügen. Die acht Trigramme als Symbole der Weissagung werden in Guangzhou auf die Probe gestellt.

(Text: Viennale 2009)

Details

Yuan Kongbin, Luo Yunmei, Zhang Baojie, Tang Tian, Cheng De
FU HAO
Fu Hao, Lin Xudong, Huang Wei
Fu Hao

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