Claires Knie

 F 1970

Le genou de claire

Drama, Romanze 105 min.
7.80
Claires Knie

Ein Diplomat entwickelt die seltsame Begierde, das Knie einer halbwüchsigen Schülerin zu liebkosen.

Jerome (Jean-Claude Brialy), Diplomat in den späten Dreißigern, verbringt den letzten Sommer seines Junggesellenlebens am Lac d'Annecy. Hier begegnet er Aurora (Aurora Cornu ), einer italienischen Schriftstellerin und ihren zwei Töchtern Laura und Claire. Die sechzehnjährige Laura (Béatrice Romand) fühlt sich von Jerome angezogen und Aurora beobachtet deren Annäherungen mit leichtem Amusement. Sie sieht es nicht ungern, wenn Jeromes burgeoise Tugendhaftigkeit auf die Probe gestellt wird.

Jerome jedoch übersieht Lauras Attraktavität. Er fühlt sich mehr zu der blassen, schüchternen Claire (Laurence de Monaghan) hingezogen und Entwickelt das seltsame Begehren, ihr Knie zu berühren und zu liebkosen.

"Le genou de Claire ist neben Bunuels The Young One einer der schönsten Filme über ein Mädchen, das weder Kind noch Frau ist und doch beides."
Österreichisches Filmmuseum

Details

Jean-Claude Brialy, Aurora Cornu, Béatrice Romand, Laurence de Monaghan, Michele Montel, Gérard Falconetti, Fabrice Luchini
Eric Rohmer
Nestor Almendros
Eric Rohmer

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Oder Lauras Locke
    Ein ungewöhnlicher Titel. Meistens erregen ja andere weibliche Körperteile die Aufmerksamkeit der Männerwelt. Hier philosophieren Jerome (Jean-Claude Brialy) und seine alte Freundin Aurora (Aurora Cornu) über Liebe und Freundschaft und die Kids im Umfeld dieses ‘Sommercamps‘ bilden das Betätigungsfeld für praktische Übungen. Der viel ältere Jerome interessiert sich zunächst für Laura (Béatrice Romand), dann für ihre Schwester Claire (Laurence de Monaghan). Man kann es dekadent oder abartig nennen, wenn es für Jerome eine orgiastische Erfüllung ist, seine Hand auf Claires Knie zu legen. Der Narzisst ergötzt sich an seiner Sehnsucht ohne Erfüllung. Ihm geht es nicht um Sex. Was für ihn Verlangen ist, bedeutet für Claire Trost, nachdem Jerome ihr erzählt hat, dass ihr Freund eine andere geküsst hat. Er spielt mit ihr, ebenso wie mit Laura, die sich wegen der fehlenden väterlichen Zuneigung dem alten Jerome gegenüber ein wenig öffnet. Der Mann ist hier selbstverliebt und nicht besonders mutig. Der Film hat sich allerdings noch nie so ausführlich mit den Möglichkeiten und Variationen der Liebe rein theoretisch auseinander gesetzt, so kunstvoll gewebte Gedankenteppiche um das Thema Nummer eins gewebt. Das Jahrtausende alte Männlein-Weiblein-Spiel gerät zu einem artifiziellen Konstrukt, zu einem Tanz auf dem Vulkan, bei dem eine Explosion einkalkuliert wäre, zu der es aber nicht kommt. Heute stellt man so einem amourösen Gedankenspiel eher die Praktikabilität der Nägel mit Köpfen gegenüber und ist von der Endlosdebatte gelangweilt. Dennoch bleibt der Film für viele ein Klassiker wegen seiner Einzigartigkeit. Für mich gehört er in die Box ‘Sachen gibt’s‘!?