Cocktail für eine Leiche

 USA 1948

Rope

Thriller, Krimi 80 min.
8.00
Cocktail für eine Leiche

Zwei junge Männer begehen aus Überheblichkeit einen Mord an ihrem Freund. Ihr Vorbild und ehemaliger Lehrer schöpft Verdacht. Hitchcock-Thrill vom Feinsten!

Um ihre intellektuelle Überlegenheit und moralische Unabängigkeit zu beweisen, begehen Brandon Shaw (John Dalbpund Philip Morgan (Farley Granger), zwei junge Dandys, die gemeinsam ein New Yorker Appartement teilen, den vermeintlich perfekten Mord. Sie erdrosseln ihren Freund David Kentley (Dick Hogan) und stopfen die Leiche in eine alte Truhe die bei der kurz darauf stattfindenden Cocktailparty als Tisch für das Bufett dient.

Als die Gäste eintreffen, unter ihnen Davids Vater, seine Tante und seine Verlobte, sind alle Spuren der Tat beseitigt. Vermutungen warum David nicht anwesend ist werden angestellt, abgesehen davon nimmt die Party zunächst ihren geplanten Verlauf.

Unter den Gästen ist auch Rupert Cadell (James Stewart), ein ehemalige Lehrer Brandons und Philips. Rupert vertritt eine pseudo-nietzscheanische Weltsicht von der moralischen Unabhängigkeit des Übermenschen - aus seinen theoretischen vertretenen Ansichten bastelten sich Brandon und Philip ihre Philosophie zurecht, die Mord der intellektuell Höherstehenden an den vermeintlich Minderwertigen rechtfertigt.

Der weitere Verlauf der Party wird zu einem intellektuellem Kräftemessen. Brandon ergeht sich dreist in immer deutlicher werdenden Andeutungen über den begangenen Mord während Philip immer zurückhaltender und ängstlicher wird. Rupert schöpft als einziger der Gäste Verdacht. Er ist beunruhigt über die moralische Überheblichkeit seiner ehemaligen Schüler, deren Ansichten und Radikalität ihm doch etwas weit zu gehen scheinen, und schließlich ahnt er auch den wahren Anlaß der Cocktailparty...

Das Außergewöhnliche des ersten Farbfilms Hitchcock liegt weniger in der Originalität der Handlung, die relativ eng dem als Vorlage dienenden Theaterstück folgt, als in der formalen Gestaltung. Die 80 Minuten des Erzählzeit des Filmes decken sich genau mit den 80 Minuten innerhalb derer sich die erzählte Handlung abspielt. Als Location dient ein einziger Ort, das Appartement Brandon und Philips, durch dessen Fenster man die Skyline New Yorks sieht, das langsame Herabsinken der Nacht und das Aufflammen der Lichter und Leuchtreklamen. Berühmt ist Rope aber vor allem wegen des Anscheins, als sei er in einer einzigen durchgehenden Einstellung gedreht worden, wobei allerdings ein paar kaschierte Schnitte aus technischen Gründen unvermeidbar waren.

Details

James Stewart, Farley Granger, John Dall, Cedric Hardwicke, Joan Chandler, Constance Collier, u.a.
Alfred Hitchcock
Leo F. Forbstein
Joseph Valentine
Arthur Laurents

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Das Seil
    Es ist Hitchcocks harmlosester Film – eher ein Comedy-Thriller. Wobei sich das Komödiantische in Grenzen hält: schrullige, ältere Dame (Constance Collier noch aus dem 19. Jahrhundert) und unschlüssiges Mädel (Janet Chandler) mit Kopfverdrehungs-Ambitionen bei den um sie buhlenden, jungen Männer. Wenn es zu Beginn nicht ganz kurz einen angedeuteten Mord gegeben hätte, könnte man meinen im falschen Film zu sein – zumindest in keinem Hitchcock-Krimi. Die beiden Täter sind der Zyniker Brandon (John Dall) und der Angsthase Phillip (Farley Granger). Es passiert nicht viel. Dreiviertel des Films sind Small Talk einer wohlhabenden Gesellschaft. Nur gelegentlich im letzten Drittel blitzt Hitchcocks Genialität kurz mal auf, wenn sich die Handlung auf die Truhe konzentriert. Doch wie Professor Cadell (James Stewart), der im Gegensatz zu den anderen Gästen scharfsinnig und neugierig ist, den Mördern auf die Spur kommt ist schon recht boulevardesque. Erst beim zweiten Mal hinschauen entdeckt man die Initialen im falschen Hut. Und der Schluss? Sirene!? Die Gesellschaft kommt?! Wie jetzt?!
    Da scheint die Frage viel bedeutsamer: Wo ist Alf? Ich habe ihn nicht entdecken können.