Das Hausmädchen (1960)

 Südkorea 1960

Hanyo

Drama, Horror, Krimi 110 min.
7.40
film.at poster

Nach dem Regie-Nationalhelden Im Kwon-taek war Kim Ki-young der erste auteur aus dem Goldenen Zeitalter des koreanischen Studiokinos, dessen Schaffen außerhalb Asiens gewürdigt wurde: ein Meister des Grotesken und Makabren, der seine Filme oft in einem sumpfig-trügerischen Genre-Delta ansiedelte. Hanyo ist in Gehalt und Form Kims typischstes Werk, sein The Searchers sozusagen. Die Geschichte vom Komponisten und seiner Gattin, die eine Haushälterin einstellen, welche sich als veritabler Dämon in Menschengestalt entpuppt, inszeniert Kim als Alptraum, der sich ständig steigert und vom Realistischen ins Surreale kippt - Genre-Barock, dein Name ist Kim Ki-young. Wenn am Ende die Moral noch einmal zusammengefasst wird, damit die Zuschauer nicht völlig verstört zurückbleiben, vermeint man den Regisseur hinter der Kamera kichern zu hören - er weiß, dass man Dämonen befrieden, doch niemals bannen kann. (R.H. - Filmmuseum)

Details

Kim Jin-kyu, Ju Jeung-nyeo, Lee Eun-shim, Eon Aeng-ran, Go Sun-ae
Kim Ki-young
Han Sang-gi
Kim Deok-jin
Kim Ki-young

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Mit Messer und Gift
    Der Film ist keineswegs unspannend, auch wenn am Ende die Darsteller in die Kamera zwinkern und uns die Handlung als Zeitungsente verkaufen wollen.
    Das neu eingestellte Hausmädchen wird vom Hausherrn schwanger, wird zur Abtreibung gezwungen und erpresst die Familie. Die ständig nähende Ehefrau verzeiht ihrem Gatten sogar, dass Hanyo den Beischlaf fordert und sich an ihre Stelle setzt. Die geht mit Rattengift und Messer heftig zur Sache. Auch die Kinder kommen nicht ungeschoren davon. In diesem Psycho-Spielchen werden alle irgendwie schuldig. Sie versuchen zu morden oder zu verzeihen, prügeln sich oder ersticken in Selbstvorwürfen. Auch Erpressung ist im Spiel. Die Aktionen wirken oft etwas theatralisch, die Todeskämpfe sind überlang. Das Gift verschwindet und taucht wieder auf, wird durch Zucker als Geschmacksprobe ersetzt. Zeitweise ist man nicht sicher, ob das dargebotene Glas Wasser der Schierlingsbecher ist oder nicht. Selbst der gemeinsame Selbstmord scheint nicht eindeutig. Es wird gewürgt, drauflosgestochen und wohl auch gestorben. Angeblich!
    Wenn die Spannung verflogen ist, fragt man sich ‘Was soll’s?‘ Viel Lärm um nichts. Nur das Fehlen der quälenden musikähnlichen Töne bringt Erleichterung. Dramatik im luftleeren Raum. Sturz von der Teppichkante und die ist hier die steile Treppe. Ein sogenannter Klassiker, der Patina angesetzt hat. Da war ein Remake wohl fällig.