Den Menschen so fern

 F 2014

Loin des Hommes

Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 11.09.2015 101 min.
7.40
Den Menschen so fern

1954 im Algerienkrieg: Als sich im Tal eine Rebellion zusammenbraut, müssen zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gemeinsam über das algerische Atlasgebirge fliehen.

Mitten im eiskalten Winter soll der zurückgezogen lebende Lehrer Daru einen wegen Mordes an seinem Cousin angeklagten Bauern eskortieren. Verfolgt von Dorfbewohnern, die Blutrache geschworen haben, kämpfen sie gemeinsam für ihre Freiheit.

Details

Viggo Mortensen, Reda Kateb, Djemel Barek u.a.
David Oelhoffen
Warren Ellis
Guillaume Deffontaines
David Oelhoffen
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Kritiken

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User Kritiken

  • Nah am Menschen
    Dieser streckenweise sehr leise Film bringt wie zur Aufmunterung immer wieder die wunderschöne algerische Landschaft ins Bild. Dazu ist inhaltlich eine ganze Menge drin. Alles steht und fällt mit der Titelfigur Daru (Viggo Mortensen). Er kann, was nicht viele überzeugend rüberbringen: einerseits den knallharten Kerl und andererseits ein liebenswerter Mensch, dem schon mal eine Träne über die Wange laufen kann. Hier braucht er beides. Zunächst ist es ein Roadmovie: Daru soll den Gefangenen Mohammed (Reda Kateb) zum Gericht bringen. Das lehnt er eigentlich ab, denn es wäre dessen sicherer Tod. Dann wird es ein Kriegs- und Abenteuerfilm. Beide Männer geraten zwischen die Fronten von Rebellen und Armee. Die offiziellen Truppen verüben Kriegsverbrechen. Daru war mal Major. Schließlich wird es ein Coming-Off-Age Film, wenn Mohamed seine Unschuld verliert. Soweit geht es recht munter zu. Es wird anscheinend ein guter Film.
    Die Vorlage von Albert Camus ‘Der Gast‘ betont vor allem die Freiheit und die Verantwortung des Einzelnen und aus seiner eigenen Erfahrung wird auch die rassische Herkunft erwähnt. Daru und seine Leute waren für die Franzosen Araber und für die Araber Franzosen. Hier überspannt die gesamte Handlung ein philosophischer Bogen mit der Aufforderung: ‘Du bist lebendig, lebe also!‘
    Daru, der auch gegen den Analphabetismus im Lande ankämpfte, und Bildung mit Nahrung verband, muss erkennen, dass er untertauchen muss. Ein friedfertiger Schluss. Und der Titel hinterlässt Fragen…, was bei einem Film ja nicht das Schlechteste ist.