Der Geschmack von Rost und Knochen

 F/Belgien 2012

De rouille et d'os

Drama, Mystery 11.01.2013 120 min.
7.50
Der Geschmack von Rost und Knochen

Bereits mit seinem viel beachteten Film "Ein Prophet" (2009) profilierte sich Regisseur Jaques Audiard als Spezialist für eine besondere Art von Antihelden.

Alles beginnt im Norden von Frankreich. Plötzlich findet sich Ali (Matthias Schoenaerts) mit einem fünf Jahre alten Kind in seiner Obhut wieder. Sam ist sein Sohn, doch er kennt ihn kaum. Mittellos und ohne Freunde sucht Ali Zuflucht bei seiner Schwester Anna an der Côte d'Azur. In einem Nachtclub trifft Ali das erste Mal auf Stéphanie (Marion Cotillard), die im Marineland Killerwale trainiert. Als eine ihrer Shows in einer Tragödie endet, und Ali sie wieder sieht, hat die vorher selbstbewusste Frau alle Illusionen verloren. Er beginnt ihr einfach zu helfen, ohne Mitleid. Und beide finden dadurch zurück ins Leben...

Details

Marion Cotillard, Matthias Schoenaerts, Armand Verdure
Jacques Audiard
Alexandre Desplat
Stéphane Fontaine
Jacques Audiard, Thomas Bidegain
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Nur Rost und Knochen
    Nach dem Film hat man den Titel im Kopf und besagten Geschmack im Mund. Dabei ist es eigentlich doch eine ungewöhnliche Story von der beinamputierten Orca-Trainerin Stéphanie und dem Freistil-Kämpfer Ali. Sie (großartig Marion Cotillard) wurde physisch kaputt gemacht, er (Matthias–das Tier-Schoenaerts) lässt seinen Körper freiwillig demolieren. Es gibt durchaus einige ergreifende Szenen, und eine Weile wird die Story auch vom Gegensatz der beiden Hauptfiguren (über die Matratze hinaus!) getragen. Hier ist es der Gesichtsausdruck der Cotillard, der zwischen Verwunderung und sexuellem Begehren hin und herschwankt. Zeitweise glaubt sie sich im falschen Film. Und als Stéphanie mit ihren Prothesen die Wetteinsätze einsammelt, kommt sogar etwas Komik auf. Das persönliche Umfeld mit Sohn und Schwester sowie sein Nebenerwerb zerfleddern die Handlung etwas. Am Ende geht dann doch alles ziemlich glatt. Den Unfall des kleinen Sohnes ahnt man, und die Läuterung Alis zum weinenden Gefühlsmenschen musste ja wohl kommen, gerät aber etwas knapp und nicht überzeugend. Da öffnet sich dann leise die Schublade mit der Aufschrift ‘Schmonzette‘. Und so hinterlässt der Ausblick mit dem FFE-Effekt nach alledem den besagten, schwer zu erklärenden Nachgeschmack.