Der letzte Wolf

 China/F 2015

Wolf Totem

Drama, Abenteuer 30.10.2015 ab 10 119 min.
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6.60
Der letzte Wolf

Der französische Meisterregisseur Jean-Jacques Annaud schafft eine überwältigende Abenteuergeschichte, die dem Wolf ein spektakuläres Denkmal setzt, wie es nur das Kino kann.

China 1967. Der Student Chen Zhen wird in die innere Mongolei geschickt. Hier, im majestätisch sich erhebenden, grenzenlosen Grasland, soll er den Schäfern Lesen und Schreiben beibringen. Doch seine Leidenschaft gilt vom ersten Tag der archaischen Wildnis und dem von den Nomaden am meisten gefürchteten und am meisten verehrten Tier: dem Wolf. Allen Warnungen zum Trotz beobachtet Chen Zhen heimlich die stürmischen Raubzüge der Wolfsrudel. So wird er Zeuge von urgewaltigen Jagdszenen und ist tief bewegt von der Erhabenheit, die von dem erschreckend schönen und ebenso tödlichen Tier ausgeht. Als aus Peking der Befehl eintrifft, die Wölfe als Gefahr für Vieh und Mensch auszuschalten und alle Wolfsjungen zu töten, rettet Chen Zhen einen jungen Wolf und zieht ihn auf. Es entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen dem jungen Mann und dem kleinen Tier, doch das Wolfsrudel vergisst nicht, was ihm genommen wurde. Während immer mehr Bauern in die Steppe drängen, haben sich die Wölfe ein neues Ziel gewählt: die Siedlungen der Menschen. In dem tiefen Abgrund zwischen Mensch und Natur steht bald nicht nur die Freundschaft zwischen Chen Zhen und dem wilden Tier, sondern auch das Leben des letzten Wolfs auf dem Spiel.

Der französische Meisterregisseur Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose", "Sieben Jahre in Tibet") verfilmte den erfolgreichsten chinesischen Bestseller aller Zeiten.

Details

Shaofeng Feng, Shawn Dou, Ankhnyam Ragchaa, Yin Zhusheng, Basen Zhabu, Baoyingexige
Jean-Jacques Annaud
James Horner
Jean-Marie Dreujou
Jean-Jacques Annaud, Jiang Rong, John Collee, Alain Godard, Lu Wei
Constantin Film
ab 10

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Wolfsversteher
    Dass Jean-Jacques Annaud ein großartiger Tierfilmer ist, der es versteht seine Geschichte in einen spannenden Spielfilm einzubetten, hat er ja schon mit ‘Der Bär‘ bewiesen. Hier ist er noch einen Schritt weiter gegangen. Der junge Chen Zhen (Shaofen Feng) zieht entgegen der offiziellen Parteilinie heimlich einen jungen Wolf auf. Wir sind im China der Kultur(vernichtung)revolution. Wie immer in den Annaud-Filmen gibt es Gegensatzpärchen: der Chinese aus der Stadt kommt aufs Land zu den Mongolen. Dieser Umstand wird zwar dramatisch nicht ausgenutzt, es kommt aber schon mal vor, dass einer scherzhaft ‘Du Chinese‘ genannt wird. Auch der Umweltschutz wird natürlich von den Mongolen gepflegt. Und immer wieder handeln die Nomaden nach den Geboten des Tengrismus. Dafür steht die Figur des alten Ba Sen. So opfern sie dem Gott neugeborene Wölfe, indem sie sie in die Luft schleudern. Ein anderer Aspekt aus der Mythologie sind die ‘fliegenden Wölfe‘, die aus durch hohe Mauern eingehegte Höfe entkommen und die suizidalen Wölfe, die sich in die Schlucht stürzen. Wenn man es nicht glaubt, kann man darüber ebenso hinwegschmunzeln wie über das letzte Wolkenbild. Wer’s nicht entdeckt, hat auch nichts verpasst. Darüber sollte man aber nicht die Love Story vergessen zwischen Chen Zhen und Ankhnyam Ragchaa. Bei ihnen fokussiert sich die Wolfsproblematik. Es kann nichts werden mit den beiden. Der Wolf steht zwischen ihnen.
    Die gewaltige Weite der Landschaft beeindruckt, wenn auch die fulminante Orchestermusik das Minutiöse der Detailaufnahmen überdeckt. Denn Wolf und Mensch haben eins gemeinsam: sie sind nur ein winziger Punkt in dieser unendlichen Weite.
    Ein Tierfilm, mit etwas Dramatik, einem Hauch Mystik neben viel Menschlichem und Natur pur.