Der Tod des Herrn Lazarescu

Moartea Domnului Lazarescu

RO, 2005

FilmDrama

Die epische Erzählung von der nächtlichen Krankenhaus-Odyssee eines sterbenden Alten, der in zunehmende Demenz verfällt, während überforderte Mediziner meist an ihm vorbeiagieren.

Min.158

Start12/16/2005

Der 63-jährige Herr Lazarescu lebt mit seinen drei Katzen in einer kleinen Wohnung in einem der typischen Plattenbauviertel Bukarests. Seine Frau ist seit vielen Jahren tot, seine Tochter nach Kanada ausgewandert. Er hat also nur noch die Nachbarn, die er um Hilfe bitten kann, als es ihm eines Tages gesundheitlich schlechter geht. So beginnt die Odyssee des Herrn Lazarescu durch die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Nicht zufällig heißt er Lazarescu (Lazarus) und mit Vornamen Dante Remus, der operierende Arzt Anghel (Engel) und die ihn begleitende Rettungsschwester Mioara Avram (Abraham). Aufgehoben in Abrahams Schoß, sagt man auch im Rumänischen.

Puiu geht es nicht um eine anklagende Kritik der Verhältnisse und der schlechten medizinischen Versorgung. Er konstatiert die Gegebenheiten, mehr nicht. Die Art, wie die Menschen kommunizieren oder nicht kommunizieren, so Puiu, sei für ihn das zentrale Thema des Films; die merkwürdig erscheinende parallele Existenz von Rücksichtslosigkeit und Fürsorge im Umgang miteinander ist sehr präzise beobachtet. Und vieles mehr, was die rumänische Gesellschaft bestimmt: das Leben im sozialistischen Wohnblock, die Generationsunterschiede, das Geschlechterverhältnis, die alltägliche Geldfrage. Dieses Gespür für Lebenswirklichkeit und ihren sprachlichen Ausdruck macht Puiu zu einem der besten Autoren der neuen Generation. (Hilke Gerdes)

Die epische Erzählung von der nächtlichen Krankenhaus-Odyssee eines sterbenden Alten, der in zunehmende Demenz verfällt, während überforderte Mediziner meist an ihm vorbeiagieren, besitzt eine Offenheit, Präzision und Vielschichtigkeit, die ihresgleichen suchen. Gleichermaßen von «Emergency Room» wie Rohmers Filmzyklus Six contes moraux inspiriert, berichtet Puiu mit langen Handkamera-Plansequenzen auf eine Weise von der Welt, die gleichermaßen bewegend wie bestürzend ist. (Christoph Huber)

IMDb: 8

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  • Regie:Cristi Puiu

  • Kamera:Oleg Mutu

  • Autor:Cristi Puiu, Razvan Radulescu

  • Musik:Andreea Barbu

  • Verleih:Stadtkino Filmverleih

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