Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam

 GB 1995

The Englishman who went up a hill but came down a mountain

Komödie 99 min.
6.60
Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam

Christopher Monger erzählt in seinem Film mit dem langen Titel die wahre Legende aus seiner wahren Heimat, einem südwalisischen Dörfchen. Die Zuschauer werden mit der Welt der grünen Hügel, der gottesfürchtigen Dorfgemeinde und ihren Außenseitern vertraut gemacht, deren Leben im Wales des Kriegsjahres 1917 darin bestand, den allgegenwärtigen Mangel zu verwalten. Eine Idylle ist dies nicht, aber eine Welt, in der dank des störrischen Überlebenswillens aller der Resignation kein Bleiberecht gewährt wird.

Auch zwei ungeliebte englische Karthographen, die sich für zwei Tage bei Morgan einmieten, werden nicht warm mit diesen so gar nicht vornehmen Menschen, erst recht nicht, nachdem das ungleiche Paar den geliebten Berg Ffynnon Garw nach eingehender Messung zu niedrig für eine Verzeichnung auf der königlichen Landkarte erachten und ihn zu einem Hügel herabstufen. Diese Abwertung trifft die Menschen bis ins Mark. Wie nun dieses seltsame Völkchen sich zusammenrauft, moralische und organisatorische Bedenken, alte und neue Vorurteile, große und kleine menschliche Schwächen über Bord wirft, um den Hügel zum Berg aufzuschütten, das ist zunächst amüsant, später beeindruckend und schließlich ungemein bewegend. Monger zeigt in seinem sehr speziellen Heimatfilm, daß und wie das europäische Kino erfolgreich sein kann: mit Geschichten, die so lokal, so persönlich und so unmodisch wirken, daß sie international, allgemeingültig und zeitlos in ihrer Poesie, ihrer Kraft und nicht zuletzt ihrem Unterhaltungswert sind.

Details

Hugh Grant, Tara Fitzgerald, Colm Meaney, Kenneth Griffith u.a.
Christopher Monger
Stephen Endelman
Vernon Layton
Christopher Monger

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Landvermesser
    Eine der warmherzigsten Romanzen von der Insel. Sie lebt von der großartigen Ensembleleistung, von dem detailgenauen Ambiente und der Atmosphäre des Dorfmilieus. Die Komik spielt mit dem besonders für Inselbewohner nachvollziehbaren Gegensatz zwischen Engländern und Walisern. Bei letzteren ist ersterer ein Schimpfwort. Und natürlich kann diese Geschichte nur im grünen Wales spielen. Hier wimmelt es nur so vor schrulligen Käuzen, von denen jeder Evans oder Jones heißt. Bei Zwillingen nennen die Locals sie dann Thomas Tom und Thomas Tom 2. Andere Beinamen sind zwecks Unterscheidung Morgan der Bock (Colm Meaney), Jones das Gesetzbuch oder Johnny Granatengeschockt (Ian Hart), ein Heimkehrer von der Front.
    Wie die Bewohner von Ffynnon Garw die beiden englischen Landvermesser Hugh Grant (etwas linkisch und schüchtern) und Ian McNeice (korpulent und kein Abstinenzler) dazu bringen, länger zu bleiben als vorgesehen und der Hügel auf die erforderlichen 1000 Fuß wächst ist ein Mordsspaß, der in wunderschönen Bildern erzählt wird. Hier passt sich die Liebesgeschichte zwischen Hugh Grant und Tara Fitzgerald hervorragend in die Handlung ein, ja beflügelt sie noch. Der Hügel/Berg bekommt eine mehrfache Bedeutung. Ein Teil des Schlusses erinnert an manch unterhaltsames Ende von Jane Austen, ein anderer Teil aus der Neuzeit an Sisyphus. Ein Feel-Good Movie durch und durch.