Der Fluch der goldenen Blume

 HG/China 2006

Man cheng jin dai huang jin jia

Drama, Romanze, Abenteuer, Action 27.04.2007 114 min.
7.00
Der Fluch der goldenen Blume

Ein furios inszeniertes Spektakel um Liebe, Eifersucht, Machtgier und abgrundtiefen Hass vom chinesischen Star-Regisseur Zhang Yimou ("Hero", "House of the Flying Daggers").

China vor mehr als 1000 Jahren, zur Zeit der Tang-Dynastie. Als Prinz Jai (Jay Chou) nach langjährigen Kriegszügen unerwartet an den Hof zurückkehrt, merkt er sofort, dass im Palast so einiges faul ist. In seiner Abwesenheit wurden allerlei verbotene Begehrlichkeiten geweckt, heimliche Liebesbande geknüpft und unheilvolle Allianzen geschmiedet. Während der Kaiser (Chow Yun Fat) Vorkehrungen trifft, die eigene Gattin (Gong Li) zu vergiften, treibt die Kaiserin hinter seinem Rücken ein ebenso intrigantes Komplott voran. Und auch Kronprinz Wan (Liu Ye) und Prinz Yu (Qin Junjie) sind in das komplizierte Geflecht aus Liebe, Eifersucht, Machtgier und Hass verstrickt. Doch wer hält hier die Fäden in der Hand, und wer stolpert als nächstes über die geschickt ausgelegten Fallstricke?

Details

Yun-Fat Chow, Li Gong, Jay Chou, Ye Liu u.a.
Yimou Zhang
Shigeru Umebayashi
Zhao Xiaoding
Yimou Zhang
Tobis

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Gift für die Kaiserin
    Ein äußerst bombastischer Kostümschinken mit der Leinwandikone aus Fernost Gong Li in der Titelrolle und vom profiliertesten Regiealtmeister Zhang Yimou aus dieser Gegend der Welt gemacht. Die Choreographie der Massenauftritte und die selbst für kleine Nebensächlichkeiten mit einem Heer von Bediensteten durchgeführten Alltagsarbeiten sind umwerfend. Natürlich spielt der Schwertkampf, der mit seiner balletthaften Ausführung auch in Slomo einem Tanz des Todes ähnelt, eine wichtige Rolle. So wird die eigentliche Handlung zur Nebensache: Umsturz, Intrigen um Macht und Einfluss werden thematisiert vor farbenprächtiger Kulisse, die von Gold und Brokat nur so strotzt. Und die Kamera schwebt über den irdischen Ereignissen und betrachtet das menschliche Treiben oft aus der Vogelperspektive.
    Die schauspielerischen Akzente setzen Gong Li durch zitternde Gesten vom Gift gezeichnet und von Ehrgeiz zerfressen und Chow Yun-Fat als Kaiser, der hier bestens bekannt ist. Seine ganz persönliche Problematik ist die Liebe zu Sohn und Frau einerseits und die Staatsräson andererseits.
    Man staunt über eine Welt, die uns so fremd und die mit ihrem steifen Hofzeremoniell jenseits unserer Vorstellungskraft anzusiedeln ist. Man sollte sich aber noch so viel genaue Beobachtungsgabe erhalten, um die letzte wortlose Reaktion der Kaiserin nicht zu verpassen. Nachdem der Kaiser seinem Sohn und Revoluzzer zuvor ein alternativloses Angebot unterbreitet hat.

  • Märchenhaft!!
    Bereits die ersten fünf Minuten sind so atemberaubend, dass es klar ist das, dass nicht durchgehalten werden kann. Wunderbare Regie, wunderbare Kamera, sensationelle Ausstattung, atemberaubende Massen- und Kampfszenen verdampfen wie der Tropfen auf dem heißen Stein, weil das Drehbuch so schwach ist. Trotzdem ist es eine einzigartige Gelegenheit zu sehen, wie es wohl gewesen sein muss, wenn tausende Menschen für Ihren Kaiser gelebt haben.

  • Spektakel..
    Es gab auch gute Filme dieses Regisseurs... Dieser ist eher vom Format, wie sich Hollywood das alte China vorstellte.
    Ein Ausstattungsfilm, sonst nichts.

  • bla, bla, bla
    Wenn Blumen wirklich fluchen könnten, dann hätte wengistens der Titel einen Sinn. Da sitzt man im großen Saal und wird mit wirklich bunten Bildern so richtig zugeschüttet.
    Wo aber bitte ist die Geschichte?
    Wann gibt es etwas, wo man wenigstens ein bisschen gespannt ist?
    Wieso gibt es so eine Film, wenn man nicht mal ein richtiges Drehbuch hat?
    Wieso ich so viele Worte mache? Weil ich hoffe, damit einigen Leuten dieses bunte Allerlei zu ersparen!

    Re:bla, bla, bla
    naja, ich fand wohl dass es eine geschichte gab, und die hat mich auch ziemlich erschreckt. hätte nicht gedacht, dass das heute noch wer so erzählt. es geht ja wohl um "den fluch der bösen tat". und es läuft ab wie eine mischung aus "medea" (eh scho wissen - euripides) und "phädra" (auch euripides) nur statt unter den bedingungen des mythos unter den bedingungen einer hochzivilisierten und arbeitsteiligen säkulargesellschaft. die chinesen haben sich anders als die alten griechen jegliche (aus)flucht zu den göttern bald einmal in ihrer geschichte geschenkt. trotzdem rollt hier das verhängnis folgerichtig und unaufhaltsam auf den untergang zu - am schluss sitzen die überlebenden als die eigentlich toten da - emotional erstarrt und dem vergessen anheimgegeben. nicht die chrysanthemen sind der fluch, sondern die machtgier, die den machtgierigen bei lebendigem leib auffrisst. ich vermute mal, dass yimou hier auch einige daodejing-erkenntnisse einfliessen hat lassen, aber so versiert bin ich dann auch wieder nicht. ich fand die inszenierung von disziplin im film sehr beeindruckend - das haben zwar (fast) alle chinesischen filme, aber in diesem hier kam mir der damit gestellte herrschaftsanspruch erst so richtig zu bewusstsein. ein völlig anderes reflexionsniveau und eine viel konventioneller kontrollierte denk- und verhaltensweise als die europäische: faszinierend aber auch irgendwie erschreckend. die grundthemen sind aber doch deckungsgleich: verrat, verachtung und herrschsucht richten sich gegen den, der sie begeht und am ende zerstören sie ihn und alles, was er hat.
    konfuzianisches moral-schockkino in klassischer ausstattung. ich war beeindruckt.

    Re:bla, bla, bla
    naja er hat schon ein bischen recht, es passt nicht wirklich alles zusammen. scheint so als hätte man viele ideen umsetzen wollen aber es nicht zu einem stimmigen und überzeugenden Ganzen zusammen fassen können. visuell ist er wunderschön, solang einem das goldfarbene nicht schnell auf die nerven geht :) budget: 45 mill. dollar.

    Re:bla, bla, bla
    Lieber "buntes Allerlei" als Spiderman drei =)

    Denke wem Hero bzw. House of the Flying Daggers gefallen hat dem wird auch dieser Film zusprechen - nun zumindest bei mir wars so.

    Gerade diese von Ihnen erwähnten farbenprächtigen Bilder machen doch den Charme des Filmes aus.

    Aber jedem seins Herr Herbert.

    Mfg Erwin