Der stille Amerikaner

 Australien/USA 2002

The Quiet American

Drama 23.05.2003 ab 12 101 min.
Der stille Amerikaner

Michael Caine als englischer Kriegsreporter Thomas Fowler in einer Neuverfilmung des Greene-Romans.

Das herbstliche Saigon, 1952. Während in den nördlichen Landesteilen Vietnams die kommunistische Kampffront die französische Kolonialmacht immer stärker unter Druck setzt, versucht die amerikanische Regierung den Süden Vietnams durch Hilfslieferungen und wirtschaftliche Unterstützungsprogramme zu stabilisieren. Im Zuge dieser Strategie ist Alden Pyle (BRENDAN FRASER) in Saigon eingetroffen. Der junge, von missionarischem Eifer angetriebene idealistische Amerikaner, der hier ein medizinisches Hilfsprojekt mit aufbauen soll, findet in dem erfahrenen, illusionslosen Times-Reporter Thomas Fowler (MICHAEL CAINE) unerwartet einen Freund, der ihn in die Kultur und die Sitten des Landes einführt. Wie schon Fowler vor vielen, vielen Jahren, zeigt sich auch Pyle verzaubert von der Exotik und der verführerischen Aura Vietnams. Alle Sehnsüchte und Wünsche scheinen sich hier für ihn zu erfüllen - ganz besonders, als Pyles Blick erstmals auf Phuong (DO THI HAI YEN) fällt, die schöne junge Geliebte Fowlers. Aus diesem romantischen Dreieck entfaltet sich eine komplexe Beziehung, die von Freundschaft, Loyalität und Leidenschaft modelliert wird. Eine Beziehung, die durch dramatische politische Entwicklungen, durch Geheimnisse, Lügen, Enthüllungen, Verrat und schließlich auch Mord eine unvorhersehbare, tragische Dynamik bekommt.

Details

Michael Caine, Brendan Fraser, Do Thi Hai Yen, Rade Serbedzija, Tzi Ma, Robert Stanton ua
Phillip Noyce
Craig Armstrong
Christopher Doyle
Christopher Hampton, Robert Schenkann [nach Graham Greene]
Constantin-Film
ab 12

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Kein flotter Dreier
    Handwerklich äußerst solide gemacht gelingt es Phillip Noyce ganz langsam aus zwei verschiedenen Richtungen Spannung aufzubauen. Der parallele Handlungsverlauf einer Liebesgeschichte und der verdeckten, stillen, amerikanischen Einmischung am Ende des französischen Indochina-Krieges ergänzen und bedingen sich in den Beziehungen gegenseitig. Der Dreier funktioniert aber nicht. Der eine Mann kann nicht so wie er will und der andere ist, wie man gleich zu Anfang erfährt, tot. Michael Caine hätte jeden Grund, den Nebenbuhler umzubringen, aber sein Verhalten, eine Mischung aus Sarkasmus und geheuchelter Freundlichkeit, weckt Interesse. So geheimnisvoll wie er, schaut sonst keiner. Es ist ein etwas anderer Vietnam-Film. Hier steht die Liebe im Mittelpunkt. Der politische Hintergrund bleibt etwas verschwommen und somit unverständlich. Scheint wohl unwichtig zu sein.

  • Endlich ein Vietnamfilm der anderen Sorte
    Endlich ist er im Kino zu sehen, der lange fertig gestellte und auf Grund der Ereignisse um den 11.September 2001 verspätet gezeigte Film "Quiet American" von Philip Noyce nach einem Roman von Graham Greene. Dass wir so lange warten mussten, liegt aber nicht etwa daran, dass die Twin Towers irgendwo im Hintergrund einer Szene zu sehen wären, nein, nein: Vielmehr wird in diesem Film, dessen Handlung im Vietnam der beginnenden 50er Jahre (also einige Zeit vor dem amerikanischen Eingreifen mit seinen noch heute in Amerika herrschenden Traumata), die Art und Weise kritisiert, wie die Amerikaner Außenpolitik machen.
    Dieser allein deswegen zeitlose und abwechselnd mit wunderschönen Bildern des herrlichen Vietnam und grauenvollen Bildern verstümmelter Opfer des Krieges aufwartende Film lebt von den Leistungen der beiden Hauptdarsteller: Michael Caine in der Paraderolle des alternden britischen Journalisten Thomas Fowler mit seiner einheimischen Geliebten Phuong und einer ungeliebten britischen Ehefrau, der erst aktiv zu werden beginnt, als er seine Geliebte an den "stillen Amerikaner" Pyle zu verlieren beginnt, einen enthusiastischen Kämpfer für das Gute (= Heilung vietnamesischer Kinder von grassierenden Augenkrankheiten).
    Langsam aber sicher dringt Fowler in Pyles Welt vor und blickt dem stillen Amerikaner hinter die Fassade, bis er schließlich in der packendsten Szene des Films vor der Entscheidung steht, ihn zu vernichten oder (mitsamt Phuong) ziehen zu lassen...

  • Graham Greene Revisited :)
    Eigentlich ist es ja schade das gerade Filme wie "The Quiet American" sang und klanglos untergehen. Ohne Promotion läuft wie es scheint nichts mehr. Inhalt ist sekundär.
    Diese zweite Verfilmung der gleichnamigen Vorlage nach Graham Greene hat sich durchaus mehr Publikum verdient. Das Casting ist sehr gut. Von Michael Caine ist man nichts anderes gewöhnt, auch Brendan Fraser beweist sich diesmal in einer sehr seriösen Rolle. Do Thi Hai Yen passt ebenso gut. Die Filmtechnik unterscheidet sich optisch in passender Weise von neuen Produktionen.
    Unschlüssig wirkt allerdings der Soundtrack, der sich ab und zu heimlich in die Moderne verirrt und dadurch ein wenig verwirrt, man gewöhnt sich aber daran.

    Zur Geschichte:
    Der in die Jahre geratene britische Times-Reporter Thomas Fowler befindet sich während seines Vietnam Aufenthalts auf ständiger Flucht vor Konflikten und lehnt jegliche Einmischung ab. Seine Artikel werden seltener, sein Charakter gleichgültiger.
    Er lebt zusammen mit der schönen Phuong, kann diese aber nicht heiraten und nach London bringen, da er bereits mit einer Engländerin verheiratet ist.
    So lebt der Journalist ziellos vor sich hin, ohne sich wirklich klar zu werden was er möchte.
    Auf Phuongs Zukunft nimmt er dabei wenig Rücksicht.
    Doch seine Arbeitgeber fordern nun die Rückkehr nach London und zu allem Überdruß kreuzt der junge aufstrebende Amerikaner Alden Pyle seinen Weg. Dieser wirbt im weiteren Sinne um Phuong.
    Fowler droht zu verlieren, woran er sich so lange geklammert hat, sein persönlicher Egoismus am rande des Scheiterns. Es wird Zeit sich zu Bekennen, nicht nur im Sinne der Liebe...

    Fazit:
    Ein recht ansprechender, recht politischer Film, der zwischendurch kleine Längen hat, inhaltlich aber einiges hergibt. Vielleicht nicht übertrieben gut, aber auf alle Fälle sehenswert !

  • etwas fade anfangs, gut gespielt, gute Geschichte
    Der Stille Amerikaner

    Der war ja gar nicht so still. 97 Min. Eine berührende Liebes Geschichte. Ein Film dessen Roman schon seit 1955 existiert, und er wurde schon 2001 abgedreht, aber wegen dem 11. September Anschlag, nicht gezeigt.
    Der Film ist eine Mischung zwischen ¿ Zwischen Himmel und Hölle ¿ und ein bisschen ¿ Der Schneider von Panama ¿. Kann man nach dem Film nicht doch ein Land hassen ? Die USA als Weltpolitiker, die sich immer noch aufspielen. Ein Film der eigentlich an seiner Aktualität nicht sehr viel verloren hat. Der Film ist auch irgendwie besonders, weil er den beschissen falschen Umgang mit Macht zeigt. Was aber nicht so ganz wichtig ist, denn im Brennpunkt der Geschichte steht die Liebesgeschichte von 2 Leuten. 2 Leuten die zueinander passen. Ein bisschen Reportage, ein bisschen Opiumgetränkte Liebesstory, ein bisschen Indochinakonflikt, und die Interessante Tatsache das der Vietnamkrieg doch ein bisschen anders entstanden ist als man es in Erinnerung hat. Der Film wirkt aber trotzdem ein bisschen langweilig, und zwar zu Anfang. Er hat ein bisschen was von ¿ Saigon ¿ spielt er doch 1952, einer Zeit in der ein Vietnamkrieg noch undenkbar, war und der Schrecken über die Französische Kolonialherrschaft noch nicht vorübergegangen war. Aber viel mehr Sorge macht sich die USA um den wachsenden Kommunismus in Südvietnam, eine außerordentliche Weltgefahr, die man ja damals wirklich ernst genommen hat, schließlich ist so ein Land das 10.000 Km entfernt ist von Gut und Böse, ja was absolut schlimmes, da von unten die Gefahr ausgeht.
    Sehr gut gefallen hat mir die ruhige Inszenierung nicht unbedingt. Es war zwar von überall etwas dabei, Liebesgeschichte, Hass, Gefahr, Krieg, Verschwörung, aber es war etwas zu ruhig inszeniert. Es war ein bisschen meiner Meinung nach langweilig. Aber egal.
    Am Saigon Fluss findet der Journalist THOMAS FOWLER ( Michael Caine ) eine Leiche. Er berichtet für die London Times. Das Land war so richtig überfüllt mit Neuerungen aus dem Westen, Frankreich führt, und die Bevölkerung war arm. Abwechseln sind einige Granaten in die Luft gegangen. Der französische Inspektor VIGOT spricht von der Leiche von einem sehr stillen Amerikaner. Na ja als Leiche redet man heutzutage nicht sehr viel. Der Tote wird als ALDEN PYLE ( Brendan Fraser ) identifiziert, und man stellt FOWLER umsonst zur Rede, da er über den Toten nicht viel weiß. Sehr bewegt kehrt FOWLER zu einer Frau zurück, zu PHUONG, die still in Ihrem Zimmer sitzt und zuhört was passiert ist. Ein bisschen zuvor. FOWLER sitzt im Hotel Continental und schlürft Tee, wie jeder Engländer. Da kommt eines Tages ein Junger Herr aus Boston an. PYLE. Die 2 treffen aufeinander. PYLE ist Mitarbeiter der amerikanischen Wirtschaftshilfedelegation, die im Lande etwas für Ruhe sorgen will, denn da gab es eine Menge Probleme. Im Norden die blöden Kommunisten, so Alien Typen, die da herumballern und Leute abknalle und im Süden sind alle arm.
    Die 2 gehen fort, da lernt PYLE, PHUONG kennen. Sie lebt seit 2 Jahren mit FOWLER zusammen, der sie liebt. Ihre Schwester Miss HEI, Tanzlehrerin, und in einem Nobelpuff arbeitend, stellt die beiden vor, und PYLE verliebt sich offenbar in PHUONG. In den nächsten Tagen gesteht er Ihr was er fühlt, in Anwesenheit von FOWLER. Er will trotzdem sein Freund bleiben. FOWLER hat Probleme, seine Arbeitstelle, die London Times, will das er zurückkehrt, da er nichts interessantes bieten konnte in der letzten Zeit. Da fährt er nach Phat Diem, wo es ziemlich viele Unruhen gibt, und er hofft das seine Vorgesetzten, die Story akzeptieren und ihn weiterbezahlen. Sie kommen gerade noch raus aus dem Hexenkessel. Denn PYLE ist ihm nachgefahren. Viel Zeit vergeht. FOWLER will von ihm nichts hören, und PYLE hat inzwischen nahe der Kambodschanischen Grenze ein Medizinlager errichtet. In Saigon gibt es eine neue Macht durch General THÈ, und FO

    Re: etwas fade anfangs, gut gespielt, gute Geschichte
    Macht durch General THÈ, und FOWLER will erfahren ob diese Macht mit den Toten in Nordvietnam zu tun hat. Er schreibt seiner Frau nebenbei in London, sich von ihm trennen zu lassen, die aber nicht akzeptiert, und dann überstürzen sich die Ereignisse. THÉ dürfte doch anders als erwartet sein, FOWLER der froh ist das PHUONG, PYLE hat abblitzen lassen, fährt mit ihm zurück nach Saigon, da geht das Benzin aus.
    Und wie in jedem Benzin Kriegsfilm, geht es ziemlich gut spannend weiter. Nicht so richtig spannend, aber irgendwie ganz nett doch. Die Geschichte entwickelt sich eher langsam und behäbig, aber das macht nichts, denn sie hat einige interessante Aspekte, und regt zum Nachdenken an. Vietnam muß ja damals wirklich schlimm gewesen sein, Mücken, Gelsen, Granaten an jeder Ecke, ein richtiges Schlachtfest. Jedenfalls der Regisseur hat die Geschichte so konzipiert das nicht zuviel schreckliche Bilder dabei sind, und das die ganze Story nicht zu reißerisch wirkt. Gespielt haben alle sehr gut, und sehr souverän, und man nimmt Ihnen die Rollen alle ab. Sehr verwundert hat mich Brendan, ein Komödiant, in einem ernsten Thema. Vielleicht kommt ja Die Mumie Teil 3, mit einem ernsten Thema daher. Auch meiner Freundin gefiel der Film, wegen einigen guten Aufnahmen und der eingefügten Liebesgeschichte im Film.

    Für Spätherbstromantiker, Geschichtsprofessoren, und solche die so ein komisches Zeug noch werden wollen, für Leute mit immensen Schlafstörungen, die werden sich an dem Film freuen, genauso aber für Kritiker denen Filme gefallen mit Sinn und ohne zuviel Hick Hack.

    80 von 100