Der Verlorene

 Deutschland 1951
Drama, Thriller, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 98 min.
7.10
Der Verlorene

Peter Lorre spielt in seiner einzigen Regiearbeit einen Wissenschafter, dessen Mordserie während der NS-Zeit von den Machthabern gedeckt wurde und der später von der Last der Vergangenheit überwältigt wird.

Nach dem Zweiten Weltkrieg treffen sich zwei Männer in einem Flüchtlingslager: Der Wissenschaftler Karl Rothe und sein ehemaliger Mitarbeiter Hösch. Rothe erinnert sich rückblickend an die NS-Zeit;Hösch ist Spitzel des Sicherheitsdienstes und hat ein Verhältnis mitRothes Braut Inge. Als Rothe davon erfährt und gleichzeitig entdeckt, daß Inge seine Forschungsergebnisse an die Alliierten verraten hat, kommt es zu einer Kurzschlußhandlung:Rothe bringt Inge um. Wegen der Bedeutung seiner Forschungen wird er von den NS-Instanzen jedoch gedeckt, der Mord wird als Selbstmord dargestellt. Rothe kann das Geschehene aber nicht bewältigen;er wird zu einem zweiten Mord getrieben; diesmal verdeckt eine Bombennacht die Spuren des Mordes. Nun, als er Hösch gegenübersteht, dem Mann, der am Anfang seines Unglücks stand, be- schließt er, wieder zu töten, jetzt aber kühlen Kopfes. (Viennale 98)

Details

Peter Lorre, Karl John, Renate Mannhardt, Johanna Hofer, Helmuth Rudolph, u.a.
Peter Lorre
Willy Schmidt-Gentner
Vaclav Vich
Peter Lorre

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Im Vorhof der Hölle
    Das ist kein Film, der sich beim Publikum großer Beliebtheit erfreut. Zu düster, zu depressiv zieht er einen hinunter, dahin wo die lebensmüde Seele des Dr. Rothe (Peter Lorre) beheimatet ist.
    Er war ein Forscher für die Nazis. Die näheren Zusammenhänge bleiben etwas nebulös. Ein einsamer, kettenrauchender, bemitleidenswerter Mann, in dem das Potential zum Töten die Oberhand gewinnt. Er wurde zum Mörder beim ersten Mal im Affekt, dann mit Schuldgefühlen überladen aus der Erinnerung heraus lösen Bilder Reminiszenzen bei ihm aus, die das Unterbewusstsein zum Handeln drängen und schließlich tötet er noch aus Wut und Unverständnis. In der Folgezeit sucht er den Tod und als das auch nicht gelingt, wirft er sich vor den Zug. Es gab in seinem Umfeld nur eine einzige Frauengestalt, die Untermieterin Ursula Weber (Eva-Ingeborg Scholz), die wie ein fröhliches Leuchtfeuer erscheint. Das irritiert ihn. Er löscht es aus.
    Da wird nichts erklärt oder diskutiert und der Zuschauer verfolgt die Handlung fassungslos. Tristes Kriegsende, Not, Zerstörung, Baracken und Lebensmittelknappheit kennzeichnen die Situation. So ähnlich sieht es auch im Innern von Dr. Rothe aus oder im Vorhof zur Hölle.
    Kaum ein Gesicht auf der Leinwand kann zum Teil auch wegen der übergroßen Augen so eindrucksvoll das Entsetzen vermischt mit Angst und sanfter Wehmut ausdrücken wie Peter Lorre. Er personifiziert das Unheimliche an sich. Vielleicht war das ein Wesenszug seiner Persönlichkeit. Grauenvoll, fast unterirdisch.