Die Bankiersfrau

 F 1980

La Banquière

Drama 131 min.
6.40
Die Bankiersfrau

Aufstieg und Fall einer emanzipierten Pariserin, die es in den 20er Jahren bis zur Präsidentin einer Bank bringt. Ein Starfilm, der ganz auf die Person Romy Schneiders zugeschnitten ist.

Im Paris der 1920er Jahre schafft es die Hutmachertochter Marthe Hanau alias Emma Eckhert, eine Karriere als Bankiersfrau zu starten. Durch ungewöhnlich hohe Zinsauszahlungen und auch mit Unterstützung der politischen Linken unterstützt sie hauptsächlich ärmere Leute. Doch bald wird Emmy Eckhert mit Details aus ihrem bisexuellen Privatleben erpresst und anderen Vorwürfen ausgesetzt. "Eine feinsinnige, detailverliebte Regiearbeit, die vor Ironie strotzt und doch die große Tragik nicht scheut; ein Film der - in etwas dekadent zugespitzter Form - alles bietet, was das französische Kino so schön macht, für das Romy Schneider in ihrer besten Karrierephase steht." (Natalie Lettenewitsch)

Details

Romy Schneider, Jean-Louis Trintignant, Jean-Claude Brialy, Claude Brasseur, Marie-France Pisier
Francis Girod

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Aufstieg und Fall
    Großes Staraufgebot für eine komplizierte Materie, wenn man sich auf den Finanzsektor beschränkt. Es geht um den Aufstieg und Fall der Emma Eckhart (Romy Schneider). Die Details aus der Welt der Aktien werden etwas überlang ausgebreitet und trotz alledem versteht man den Erfolg von Madame nicht so recht. Manches bleibt im Dunkel, anderes unklar. Deutlich hingegen wird das Zeitbild aus den zwanziger Jahren, in denen die Zockermentalität fröhliche Urstätt feierte. Eine Ära, die geprägt war, von Geld, Gier und einer gewissen Grandezza. Es ist ein typischer Romy-Schneider-Film und wenn sie leidet – und das tut sie hier ausgiebig, bis hin zu ihrem Märtyrertod – dann ist sie am besten. Aus dem Ensemble ragen neben dem aalglatten Trintignant, noch Marie-France Pisier heraus, die eine diskussionswürdige Rolle spielt. Vieles wie Hungerstreik und Zwangsernährung erscheinen modern. Ähnlich wie in der Dreyfuss-Affäre vor dem 1. Weltkrieg der Antisemitismus der fingierte Hauptvorwurf war, so dient hier Emmas Bisexualität als Angriffsziel. Das Drama weitet sich zu einer Staatskrise aus, in die höchste Regierungskreise verwickelt sind. Und als eigentlich der französische Staat auf der Anklagebank sitzt, wird Emma beseitigt, von der nationalen Presse vorverurteilt. Eine Frau als Anwältin der Kleinanleger. Volkstribune leben halt gefährlich.
    Über die etwas zähe Langatmigkeit - bei aller Lebhaftigkeit – hilft nur Romy Schneiders abwechslungsreiches und großartiges Schauspiel hinweg. Es bleibt anstrengend, aber es lohnt sich.