Die Blume des Bösen

 Frankreich 2003

La Fleur du Mal

Krimi 104 min.
film.at poster

Claude Chabrol nimmt das Bürgertum in der französischen Provinz unter die Lupe.

Die Familie Charpin-Vasseur. Gut situiert, schöner Garten, schönes Haus. Alles in einem kleinem Ort in der Nähe von Bordeaux. Sie (Nathalie Baye), eine ambitionierte Lokalpolitikerin, er (Bernard Le Coq), ein im Ort angesehener Apotheker. Aber was stimmt zwischen ihnen nicht? Ist es nur der Parteifreund der Gattin (Thomas Chabrob| der stört? Oder des Ehemanns offenkundiges Interesse auch an anderen, möglichst jüngeren Frauen? François (Benoît Magimeb| der Sohn, kommt aus Amerika zurück. Die Begrüßung zwischen ihm und seiner Schwester (Mélanie Doutey) fällt äußerst liebevoll, fast leidenschaftlich aus. Aber warum ist er ins Ausland gegangen, warum kommt er jetzt wieder? Die ältere Tante (Suzanne Flon), oft betont gut gelaunt, bekocht die Familie besonders gern mit Lieblingsgerichten und scheint für Sorgen und Nöte aller da zu sein. Aber: Wer schreibt anonyme Briefe, die die Familie Charpin-Vasseur eines unaufgeklärten Verbrechens beschuldigen? Was geht wirklich vor in diesem Haus? Was ist hier passiert?

Details

Nathalie Baye, Benoît Magimel, Suzanne Flon, Bernard Le Coq, Mélanie Doutey, Thomas Chabrol
Claude Chabrol
Matthieu Chabrol
Eduardo Serra
Claude Chabrol, Caroline Eliacheff, Louise L.Lambrichs
Concorde

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

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User Kritiken

  • Mord oder Totschlag
    Da hat sich Claude Chabrol von seinen frühen Krimis ganz schön weit entfernt. Dies ist kein echter Thriller. Eher eine komplexe Gesellschaftssatire, deren Hintergründe schwer nachvollziehbar sind. Es geht nicht so sehr um Mord oder Totschlag, sondern um die Abgehobenheit einer wohlhabenden, bürgerlichen Kaste, die sich nach außen abschirmt und alles, was nicht sein darf, wird geleugnet oder vertuscht. Mit Erstaunen nimmt man den unerwarteten Abspann auf und stellt fest, aha, so ist das eben. Trotz einiger unangenehmer Querschläger, geht das Leben so weiter für die Reichen und Schönen, die gelangweilt und mit Verdruss eigentlich ein erbärmliches Dasein fristen.
    Allein der Titel verweist auf Baudelaires Gedichtband. Mit dem Wissen im Hinterkopf kann man vermuten, dass die Blume des Bösen im Geheimen ewig weiterblüht. Für eine Satire nicht bissig genug, für einen Krimi zu flach und für eine gesellschaftliche Analyse zu oberflächlich. Es ergibt sich nichts Neues.

  • Mord oder Totschlag
    Da hat sich Claude Chabrol von seinen frühen Krimis ganz schön weit entfernt. Dies ist kein echter Thriller. Eher eine komplexe Gesellschaftssatire, deren Hintergründe schwer nachvollziehbar sind. Es geht nicht so sehr um Mord oder Totschlag, sondern um die Abgehobenheit einer wohlhabenden, bürgerlichen Kaste, die sich nach außen abschirmt und alles, was nicht sein darf, wird geleugnet oder vertuscht. Mit Erstaunen nimmt man den unerwarteten Abspann auf und stellt fest, aha, so ist das eben. Trotz einiger unangenehmer Querschläger, geht das Leben so weiter für die Reichen und Schönen, die gelangweilt und mit Verdruss eigentlich ein erbärmliches Dasein fristen.
    Allein der Titel verweist auf Baudelaires Gedichtband. Mit dem Wissen im Hinterkopf kann man vermuten, dass die Blume des Bösen im Geheimen ewig weiterblüht. Für eine Satire nicht bissig genug, für einen Krimi zu flach und für eine gesellschaftliche Analyse zu oberflächlich. Es ergibt sich nichts Neues.

  • Grenzerfahrung in Sachen Langeweile...
    Dies ist das erste Mal, daß ich eine Kritik hier schreibe - aus dem einfachen Grund, daß ich alle warnen möchte, die sich diesen Film ansehen wollen. Er ist stinklangweilig. Ich sehe normalerweise das meiste gerne, was nicht dem amerikanischen Mainstream entspricht und freue mich, solche Filme in den kleineren Kinos anzuschauen; auch wenn einige Leute dann über solche Filme eher negativ urteilen, aber andere positiv schreiben, finde ich oft noch etwas Gutes daran, aber bei dem Film kann ich mich nur den beiden Kritiken anschließen, die den Film fad finden, ich habe beim Schauen öfters an den Satz "Dieser Film ist ungefähr genauso aufregend wie ein Besuch an einem strahlend schönen Sonntag Nachmittag in einem Altenheim." aus der ersten Kritik denken müssen... Wirklich sehr treffend formuliert. :-) Das Ende ist ebenso ein Witz.

    Es fällt schwer, sich zu überlegen, mit welcher Motivation ein solcher Film gemacht wurde. Wenn er der Entlarvung der heilen Welt der Bourgeoise dienen soll, macht es das Zuschauen auch nicht spannender...

  • Chabrols durchdringender Blick in die Abgründe der Seele
    Sehr überrascht von den allzu negativen Postings zu diesem Film, muss ich - obwohl es sich bei Blume des Bösen sicher nicht um einen der besten Filme des französischen Noir-Klassikers handelt - geradezu zur Ehrenrettung Chabrols antreten:
    "La Fleur du Mal" ist nämlich durchaus sehenswert: Sehenswert wegen der tadellosen Leistungen der Schauspieler, allen voran von Nathalie Baye und Benoit Magimel, die uns die perfekte großbürgerliche Familie mit dunkler Vergangenheit auf die Bühne eines Films stellen, der diese Fassade durchdringt, ohne daran zu krazen. Sehenswert wegen der Leistung Chabrols, den Zuschauer beim Verlassen des Kinosaals bei aller Abscheu vor den negativen Seiten der Familie Charpin-Vasseur auch ein wenig Respekt, ja Mitleid mit ihnen zu empfinden und sich selbst vor diesem Gefühl fürchten zu müssen.
    Dass in einem Film auf der nach außen sichtbaren Handlungsfläche nicht viel passiert (und selbst das muss man bei diesem Film bestreiten), muss ja allemal noch nicht heißen, dass sich in den Figuren nichts abspielt. Und was sich da abspielt an alten Rechnungen, inzestiösen Gefühlen und unterdrückter pubertierender Wut...
    Und das Ende des von Chabrol sehenswert gewobenen Teppichs aus Gefühlen aller menschlichen Spielarten muss natürlich ein Opfer her. Dass es die unsympathischste Figur des Films ist, das ist schon eine der Schwächen von Fleur du Mal. Trotzdem: Der Meister der Entlarvung der Bourgeoisie hat nichts von seinem Handwerk verlernt!

  • seicht plätschernd, spannung fehlt ...
    selbst dort wo sie normalerweise in der Realität, also im richtigen Leben, anzutreffen wäre. Grundsätzlich gute Story, die allerdings in cinematographischer Form nicht wirklich mitreissend präsentiert wird. Zu dem Zeitpunkt wo der Film mit einem Eklat hätte aufbrechen können und Dramatik und Emotionen angebracht wären ist er zu Ende.

  • TODlangweilig
    Weder der im Profil angepriesene schwarze Humor noch die "französische" Liebe für das Detail waren spürbar. Der Film ist durch und durch langweilig. Nicht einmal Leuten, die leidenschaftlich gerne die Spannung in Dialogen finden, wird es leicht gemacht wach zu bleiben.
    Dieser Film ist ungefähr genauso aufregend wie ein Besuch an einem strahlend schönen Sonntag Nachmittag in einem Altenheim.