Die Eleganz der Madame Michel

 F 2009

Le hérisson

Tragikomödie 07.05.2010 100 min.
7.40
Die Eleganz der Madame Michel

Die Concierge in einem eleganten Pariser Wohnhaus verbirgt ihren regen Gesit hinter unfreundlichem Auftreten, wird jedoch von zwei ungewöhnlichen Hausbewohnern aus ihrem selbstgewählten Gefängnis gelockt.

Madame Michel ist Concierge in einem eleganten Pariser Wohnhaus. Auf
den ersten Blick bringt sie alle typischen Attribute mit sich: Sie ist
mürrisch, ungepflegt und unscheinbar. Um ihre Ruhe vor den
herablassenden reichen Bewohnern des Hauses zu haben, versteckt sie
ihre Leidenschaft für Bücher sorgfältig und schlüpft in die Rolle der
kratzbürstigen Concierge. Auch die hochbegabte 11jährige Paloma,
ebenfalls Bewohnerin des Hauses, lebt in ihrer eigenen Welt.
Längst hat
sie durchschaut, wie ärmlich ein Leben im Luxus sein kann und
beschließt, sich am Tag ihres 12. Geburtstags das Leben zu nehmen,
sollte sie nicht etwas entdecken, was das Leben lebenswert macht.

Beider Schicksal wandelt sich jedoch mit dem Einzug des
geheimnisvollen Japaners Kakuro Ozu. Schon bald bahnt sich eine zarte
Liebesgeschichte an. Denn Monsieur Ozu ahnt, dass sich hinter Madame
Michels mürrischer Fassade ein liebenswertes Geheimnis verbirgt und
lockt, sanft wie beharrlich, die barsche Concierge aus ihrem
Winterschlaf...

Details

Josiane Balasko, Garance Le Guillermic, Togo Igawa, Anne Brochet, Ariane Ascaride u.a.
Mona Achache
Gabriel Yared
Patrick Blossier
Mona Achache
Constantin

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Igelin
    Auf den ersten Blick ist es eine leise Sozialstudie über eine Annäherung von René, einer Concierge (großartig Josiane Balasko) und der elfjährigen Paloma (ebenso gut Garance Le Guillermic). Unterschiedlich vom Alter und Herkunft gehen die beiden auf einander zu. Die Concierge ist wie sie von sich selber sagt ‘alt, hässlich und ruppig‘. Auch wenn sie es weit von sich weisen würde, ist sie etwas besonders. In einem kleinen Hinterzimmer hat sie eine Bibliothek und liest viel.
    Auch das Verhältnis von Madame Michel zu Herrn Ozu (Togo Igawa), einem älteren japanischen Hausbewohner wird mit viel Einfühlungsvermögen beschrieben. Hier schwingt eine anrührende menschliche Saite mit, die das erschreckende Ende dann noch viel schlimmer macht. Zu Beginn beschließt Paloma, sich an ihrem nächsten Geburtstag das Leben zu nehmen. Aber der Sensenmann hat andere Pläne…
    Durch Animation von beweglichen, gezeichneten Bildern der kleinen Paloma und der Reise ihres Goldfisches durch die Kanalisation wird der märchenhafte Charakter des Films unterstrichen, sodass andererseits der Schluss wieder erträglich wird.
    Eine gelungene Romanverfilmung mit eindrucksvollen Schauspielern und einer Handlung, die auf der einen Seite in der Realität steht, wo es Derbes aber auch Anrührendes zu erleben gilt und auf der anderen Seite auf Dinge hinweist, die auf der Metaebene anzusiedeln sind und jenseits des Diesseitigen liegen.
    Und so sind wir aufmerksam dabei oder auch amüsiert, werden nachdenklich oder auch am Ende gar aufgeschreckt.