Die Liebe einer Frau (1979)

 F/I/BRD 1979

Clair de femme

Drama, Romanze 105 min.
6.50
Die Liebe einer Frau (1979)

Ein Film über Lebensekel, Tod, Sinnleere und Einsamkeit und die Umwege der Liebe.

»An Ihrem Lächeln sieht man, dass Sie lange Zeit glücklich waren« oder »Es kann nichts komisch genug sein, um das Leben auszuhalten« sind Sätze, welche die Presse 1979 überraschen. Der für seine politischen Arbeiten wie Z (1969) bekannte griechische Regisseur Constantin Costa-Gavras widmet sich in DIE LIEBE EINER FRAU allein den privaten Problemen zweier Menschen. Abseits aller modernen Trends an Beziehungsfilmen porträtiert er die ungewöhnliche Annäherung zweier spröder, vom Schicksal gezeichneter Charaktere innerhalb von achtundvierzig Stunden.

Romy Schneider und Yves Montand verkörpern die beiden Gestrandeten, die auf das Floß der Medusa warten, sich dann aber entscheiden, selbst schwimmen zu lernen. Zwischen beiden besteht Unmöglichkeit, die sie zu teilen beschließen. Über ihren Filmpartner Montand sagt Romy Schneider, dass sie beide Profis seien, deren Ängste sich addieren würden.

(Text: Filmarchiv Austria)

Details

Romy Schneider, Yves Montand, Romolo Valli, Lila Kedrova, Heinz Bennent, Roberto Benigni
Costa-Gavras
Jean Musy
Ricardo Aronovich
Christopher Frank, Costa-Gavras

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Schlimmer als der Tod
    Es ist einer der deprimierendsten Filme, die ich kenne. Die Handlung entwickelt einen fatalen Sog mit einer Abwärtsspirale, dem man sich nicht entziehen kann. Es beginnt schon mit dem ins Deutsche unübersetzbaren Titel.
    Zwei Totunglückliche, Lydia und Michel (Romy Schneider und Yves Montand), die durch den Verlust geliebter Menschen in ihrem Leid erstarrt sind, treffen sich. Sie brauchen den Anderen anscheinend. ‘Er ist betrunken vor Unglück!‘ Zwischen ihnen besteht die Unmöglichkeit, aber die können sie teilen. Jeder sieht nur seinen eigenen Schmerz. Um sie herum gibt es ebenfalls genügend vom Leid deformierte Figuren. Lydia und Michel begeben sich auf eine nächtliche Erfahrungsreise und stellen fest, dass sich der eigene Schmerz verringert, sobald man vom Leid des Anderen erfährt. Dabei gibt es tausend Wege zum Unglücklichsein. Jeder hat seinen eigenen. In den Dialogen fallen Sätze wie in Stein gemeißelt. Michel sagt ‘Je mehr man gibt in der Liebe, desto mehr bleibt‘. Lydia antwortet ‘Diese Leidenschaft, mit der du eine Frau liebst, das ist zu viel für mich und später sagt Michel ‘Lächle, dann wird es heller!‘ (Titel!?).
    Oder Lydia ‘Ich liebe einen Mann, den ich nicht mehr liebe. Deshalb versuche ich ihn umso mehr zu leiben.‘
    Sprachverlust, Todesangst, Verlassenheitsschmerz, die Unerfüllbarkeit von Liebe. Ja geht’s noch?!
    Da tröstet nur ein kurzes Wiedersehen mit Roberto Benigni und der immer wieder unglaublichen Lila Kedrova.
    Gegen diese unheilbaren seelischen Qualen sind die üblichen Horrorstreifen Sandkastenspiele.