Die Spielwütigen

 D 2004
Dokumentation 19.11.2004 108 min.
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Vier SchauspielschülerInnen werden sieben Jahre lang auf ihrem steinigen Weg zum Traumberuf begleitet.

Seit der kontroversen Terrorismusreflexion Blackbox BRD zählt Andres Veiel zu den meistbeachteten Filmemachern Deutschlands. In Die Spielwütigen begleitet Veiel vier SchauspielschülerInnen sieben Jahre lang auf ihrem steinigen Weg zum Traumberuf, taucht in deren Besessenheit ein, ihr Lebensziel in der strengen Welt aus provozierter Grenzüberschreitung und Selbstkonfrontation zu erreichen. Am Ende steht die Bewährungsprobe: der Sprung ins Berufsleben. Eine intensive, nachhaltige und sorgfältige Studie, die auf der Berlinale 2004 den Publikumspreis erhielt. Andres Veiel erzählt eine Geschichte vom Erwachsenwerden, vom Finden des eigenen Weges und der Überwindung von Widerständen. Aber er wirft auch einen kritischen Blick auf die Methoden, mit denen in der berühmten Schule gearbeitet wird rechtfertigen Ruf des Instituts und Ergebnis der Ausbildung wirklich alles? Veiel arbeitet dokumentarisch, aber er scheut nicht davor zurück, auch zu inszenieren, wenn es der Pointierung einer Situation bedarf: Viel eindringlicher wirken die Bilder jenes Schülers, der als leidenschaftlicher Gitarrist sein Instrument ins Leihhaus trägt, als sein verbales Bekenntnis, sich keine Krankenversicherung mehr leisten zu können. (Svenja Alsmann) Ein faszinierendes Dokument: Man sieht jungen Menschen beim Sich-selbst-Finden zu. Zugleich erhält man intime Einblicke in das Handwerk des Schauspiels und die nicht immer sympathischen Psychospielchen der Lehrer. So lässt sich Die Spielwütigen als Hymne auf einen Beruf und eine hervorragende Ausbildung verstehen wie als Kritik an einer auf blindem Gehorsam beharrenden Disziplinierungsanstalt. Und dadurch wird auf den zweiten Blick auch klar, was Andres Veiel an diesem Thema interessiert hat: Alle seine Filme handeln vom Überleben, sind Entwicklungsromane, basierend auf der Überzeugung, dass das Extrem mehr Wahrheit zeigt als der Normalfall. Was ist wesentlich im Leben? Diese Frage und den unbedingten Willen, eine Antwort zu finden, haben die vier Spielwütigen mit den Selbstmördern, dem Banker und dem Terroristen aus Veiels früheren Filmen gemeinsam. (Rüdiger Suchsland)

(Text: Viennale 2004)

Details

Prodromos Antoniadis, Constanze Becker, Karina Plachetka, Stephanie Stremler
Andres Veiel
Jan Tilman Schade
Rainer Hoffmann (1997), Klaus Deubel (bvk) (1997), Pierre Bouchez (1999)
Andres Veiel
Polyfilm

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