Durch die Welt nach Hause - Die Lebensreise des Frederic Morton

 A/USA 2009

Homebound through the World - The Lifetime Journey of Frederic Morton

Dokumentation 58 min.
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«Das wirkliche Ich ist wahrscheinlich der Fritz Mandelbaum.» Das ist wohl einer der wichtigsten Sätze, die der Schriftsteller Frederic Morton in diesem Film spricht. Wer die Heimat verliert, gewinnt zwei Fremden: Morton, der im Februar 1940 - damals noch als Fritz Mandelbaum - auf der Flucht vor den Nazis in die Vereinigten Staaten kam, trägt wie so viele andere Emigranten diese beiden Fremden in sich. Und er hat bis heute nicht vergessen, wo seine lange Reise begann. Die Schauspielerin und Regisseurin Andrea Eckert hat den gebürtigen Wiener begleitet und kehrt mit ihm in die Thelemanngasse im 17. Gemeindebezirk zurück, wo sein Vater ein Eisenwarengeschäft besaß. Dabei erweist sich Morton - selbstverständlich - als großartiger Erzähler, etwa wenn er seine Kindheitserinnerungen an seinen Großvater schildert. Die arme, aber glückliche Kindheit sollte mit dem «Anschluss» jäh zu Ende sein. Und auch der Neubeginn war schwierig: Als sich der Nebel über Manhattan genau in dem Moment lichtet, als die Familie Mandelbaum ihr Ziel erreicht, sind die Hochhäuser für den Buben «weniger imponierend als erschreckend». Durch die Welt nach Hause ist, wie der Titel schon deutlich macht, ein Film über eine Heimkehr, weshalb schon deshalb die Erfolge Mortons als Autor («Die Rothschilds») im Hintergrund stehen. Es geht Eckert um den Menschen, der nach eigenen Worten in zwei Exilen lebt: in einem geografischen und einem zeitlichen. Das wirkliche Ich des Amerikaners Frederic Morton lebt noch immer im Wien der 30er Jahre.

(Text: Viennale 2009)

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Frederic Morton
Andrea Eckert
Jerzy Palacz
Andrea Eckert

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