Ein Leben für ein Leben

 D/USA/Israel 2007

Adam Resurrected

Drama 20.02.2009 106 min.
6.30
Ein Leben für ein Leben

Die eindringliche und bewegende Geschichte eines Mannes, der wie ein Hund lebte, und eines Jungen, der glaubt, dass er ein Hund ist.

Um im Konzentrationslager unter dem sadistischen Lagekommandanten Klein (Willem Dafoe) zu überleben, muss der einstmals gefeierte Berliner Kabarett-Künstler Adam Stein (Jeff Goldblum) lernen, buchstäblich wie ein Hund zu leben.

Jahre nach dem Krieg wird Adam immer noch von den grausamen Dämonen der Vergangenheit gequält. Gemeinsam mit anderen Opfern lebt er in einem Sanatorium für Überlebende des Holocaust mitten in der Wüste Israels, wo er seinen Schmerz in wilden Kapriolen und Zaubertricks erstickt: Wer kann noch an den Menschen glauben, wenn er im KZ das Ende der Menschlichkeit erleben musste?

Dann entdeckt Adam einen neuen Patienten, der bislang vor ihm verborgen wurde:ein zwölfjähriger Junge, der sich für einen Hund hält. Er redet nicht, sondern bellt. Er geht nicht, sondern kriecht. Adams anfänglicher Zorn wandelt sich alsbald in Besessenheit, dann Fürsorge. Der Junge, dem bislang niemand helfen konnte, richtet sich an Adam auf. Für beide beginnt eine schmerzhafte Reise zurück ins Leben...

Mit einem der außergewöhnlichsten Filmprojekte der letzten Jahre kehrt Meisterregisseur Paul Schrader ("Ein Mann für gewisse Stunden", "Light Sleeper", "Der Gejagte") zurück auf die Leinwand. Seine Verfilmung des Romans "Adam Hun­de-sohn" von Yoram Kaniuk, die eindringliche und bewegende Geschichte eines Mannes, der ein Hund war, und eines Jungen, der glaubt, dass er ein Hund ist, ist die erste Filmproduktion über den Holocaust, in der jüdische und deutsche Schauspieler gemeinsam vor der Kamera stehen.

Details

Jeff Goldblum, Willem Dafoe, Moritz Bleibtreu, Joachim Król, Juliane Koehler, Veronica Ferres, Derek Jacobi, u.a.
Paul Schrader
Gabriel Yared
Sebastian Edschmid
Noah Stollman, nach Yoram Kaniuk
3L

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Wahnsinnig oder krank?
    Der Film verlangt einiges vom Zuschauer. Zunächst muss das geschilderte Grauen eines Konzentrationslagers verkraftet werden. Dann noch der verschachtelten Handlung folgen, die sich aus surrealen, grotesken und skurrilen Sequenzen zusammensetzt. Lücken müssen überbrückt werden.
    Ort der Handlung ist heute eine Irrenanstalt in der Wüste. Die Insassen (’wandelnde Grabsteine’) sind alles KZ-Überlebende, die wegen ihrer Psychosen hier behandelt werden. Und die sind heftig! Vor allem die von Adam Stein (erschreckend gut Jeff Goldblum): ein Hund zu sein. Wieso das so ist, wird nach und nach entwickelt. Grauenhaft entwürdigend! Es war in den 30er Jahren in Berlin ein Allround-Talent: Hellseher, Clown, Zauberer, Geiger u.v.m.
    Unter anderem ist entscheidend, dass er einen Deal mit dem KZ-Kommandanten Klein (Willem Dafoe) eingeht, um seine Familie zu retten. So der deutsche Titel des Films. Von Klein erbt er ein konfisziertes Vermögen. Daraus wird ihm am Ende vom Schwiegersohn (Moritz Bleibtreu) in Haifa ein Vorwurf gemacht. Er muss sich beschimpfen lassen ’Geh doch nach Europa, du altes Stück Seife!’
    Sein Leben lang leidet Adam unter seinen Erlebnissen. Er blutet regelrecht an den inneren Qualen der Erinnerung, sein Herz setzt zeitweise aus. Aber er weiß auch, dass Lachen und Humor lebenserhaltend sind.
    Er schafft es, einigermaßen gesund zu werden, und ohne sich oder Klein zu erschießen, kehrt er in die ’Normalität zurück, die keine Freude aber auch keinen Kummer kennt.’