Ein russischer Sommer

 RU/D/GB 2009

The Last Station

Drama, Romanze 29.01.2010 ab 6 112 min.
7.00
Ein russischer Sommer

Die ebenso bewegende wie faszinierende Geschichte der letzten Tage des ersten weltbekannten Bestseller- Autors und Medienstars Leo Tolstoi, basierend auf dem Roman "Tolstojs letztes Jahr" von Jay Parini.

1910. Leo Tolstois Frau Sofia (Helen Mirren), seit 48 Jahren mit dem weltberühmten Autor verheiratet, ist außer sich: Tolstois
(Christopher Plummer) engster Vertrauter Tschertkow (Paul Giamatti) hat ihren geliebten Mann hinter ihrem Rücken dazu überredet,
die wertvollen Rechte an seinen Werken nicht ihr und den gemeinsamen Kindern, sondern dem russischen Volk zu vermachen.
Und das, obwohl sie ihm ihr Leben gewidmet hat. Ja sogar, eigenhändig, das Manuskript von "Krieg und Frieden" sechs
Mal abgeschrieben hat!

Voller Leidenschaft nimmt sie den Kampf um ihr gutes Recht auf - doch an den Idealen (und dem Ego) ihres Mannes ist nicht
zu rütteln. Je mehr Sofia wie eine Furie durch den herrschaftlichen Familiensitz fegt, desto leichter wird es für Tschertkow, Tolstoi
von der Richtigkeit seiner Entscheidung zu überzeugen.

Genau zwischen die Fronten dieses Minenfelds gerät Walentin (James McAvoy), Tolstois junger neuer Sekretär. Als glühender Verehrer
bewundert er vor allem Tolstois Ansichten über die bedingungslose Liebe - auch wenn sich seine eigenen Erfahrungen auf
diesem Gebiet bisher noch in Grenzen halten. Ganz im Gegensatz zur schönen und geistreichen Lehrerin Mascha (Kerry Condon),
die ihre Gedanken über freie Liebe und Sex zum Erstaunen Valentins offen und unbekümmert äußert.

Details

Christopher Plummer, James McAvoy, Paul Giamatti, Helen Mirren, Anne-Marie Duff u.a.
Michael Hoffman
Sergei Yevtushenko
Sebastian Edschmid
Michael Hoffman
Warner Bros.
ab 6

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Endstation
    Wir erleben die letzten Tage von Leo Tolstoi. Da sich der Film auf die Romanvorlage von Professor Parini stützt, der offenbar sorgfältig recherchiert hatte, bekommen wir ein recht detailgetreues Bild vom Tode des russischen Schriftstellers. Der Unterhaltungswert kommt vom Kontrast der ‘alten Liebe‘ der Tolstois mit der ‘neuen Liebe‘ seines Sekretärs Bulgakow (James McAvoy). Die Alten streiten sich zwischen Liebesbeteuerungen ums Geld aus den Rechten von Tolstois Werken, die Jungen schweben auf Wolke sieben, so wie es Leo und Sophia vor vielen Jahren auch taten Seine Klasse erhält der Film jedoch von den großartigen Schauspielern: Christopher Plummer spielt Tolstoi bärbeißig aber empfindsam, seine Frau Sofia (Helen Mirren) zerbricht fast an ihrer Liebe im Kampf mit Leos Entourage. Hier ist vor allem der diabolische Tschertkow (Paul Giamatti) hervorzuheben. Sofias Temperament geht schon mal mit ihr durch. Das reicht vom Geschirr zerdeppern bis zum Suizidversuch.
    Auch die beiden obersten Maximen aus Tolstois Werken ‘Liebe und Freiheit‘ werden ausreichend gewürdigt, sowie die Bedeutung der Presse um 1910.
    Der deutsche Titel ist zwar poetisch, aber eher nichtssagend. Der des Originals ist schwerlich adäquat zu übersetzen: ‘Endstation!?‘ (Tolstoi stirbt auf einem Bahnhof). Das wäre zu puristisch und verdeckt dabei den warmherzigen Charme und den sprühenden Witz des Films.

  • Tolstoi ein größer Name!
    Damit kann man eine gewisse Kinozuschauergruppe anlocken! Der Film hat eine wunderbare Fotografie, bewegende Szenen und eine überragende Darbietungkunst von Helen Mirren aber auch viele Fragen...