Erklärt Pereira

 I/F 1995

Sostiene Pereira

Drama, Independent 104 min.
7.20
Erklärt Pereira

In seiner vorletzten Rolle brilliert Marcello Mastroianni als alt, fett und müde gewordener Literaturredakteur, der im faschistischen Portugal der späten 30er Jahre eine bescheidene Existenz führt.

In seiner vorletzten Rolle brilliert Marcello Mastroianni als alt, fett und müde gewordener Literaturredakteur, der im faschistischen Portugal der späten 30er Jahre eine bescheidene Existenz führt. Die Bekanntschaft mit einem kommunistischen Studenten, Diskussionen mit seinem Arzt und die unmittelbare Erfahrung der Willkür und Grausamkeit der Geheimpolizei zwingen den "unpolitischen" Pereira, der zuviel Limonade trinkt und mit dem Bild seiner verstorbenen Frau spricht, dazu, eine Entscheidung zu treffen.
Lissabon 1938: Ein nach dem Tod seiner Frau bequem gewordener Kulturredakteur einer kleinen Zeitung wird durch
den Enthusiasmus eines neugewonnenen Autors und die Gespräche mit einem Arzt aus seinem Desinteresse am
Faschismus in Portugal gerissen. Als ein Mitarbeiter ermordet wird, prangert er das Regime öffentlich an.
Die kongeniale Verfilmung eines Erfolgsromans, der das berührende Porträt eines Menschen zeichnet, der im Alter
noch einmal die Kraft findet, sein in Fatalismus und Passivität erstarrtes Leben zu ändern. Anrührend inszeniert und
stimmungsvoll fotografiert, beeindruckt der Film vor allem durch die herausragende Schauspielkunst Marcello
Mastroiannis.

Details

Marcello Mastroianni, Joaquim de Almeida, Daniel Auteuil, Stefano Dionisi, Nicoletta Braschi, MartheKeller
Roberto Faenza
Ennio Morricone
Blasco Giurato
Sergio Vecchio, Roberto Faenza, Antonio Tabucchi

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Vernunft des Herzens
    Marcello Mastroianni als Redakteur nur für kulturelle Fragen zuständig, wandelt sich von einem völlig unpolitischen Menschen zu einem Pamphlete verfassenden Wachrüttler in Portugal unter der Diktatur von Salazar. Hier wird die faschistische Vergangenheit Portugals aufgearbeitet. (politischer Aspekt).
    Die Wirkung des Films beruht auf der individuellen Betroffenheit Einzelner als Leidtragende auf der Weltbühne Portugals. Die Erbärmlichkeit der niederen Instinkte wird gegeißelt, die den Abschaum der Gesellschaft an die Macht spült. Diese Schergen genießen die Folter an wehrlosen Mitmenschen. So wird der Film – vor allem wenn man an den Schluss denkt – zu einem Lehrstück des Widerstandes gegen autokratische Systeme. Und die zentrale Figur ist ein herrlich altmodischer Katholik, der nur nicht an die Auferstehung des Fleisches glaubt. und ohne es zu wollen zu einem stillen Helden wird. Er schreibt mit der ‘Vernunft des Herzens, aber er hält die Augen offen.‘(menschlicher Aspekt!)
    Romanvorlage und Film sind historisch korrekt. In den Dialogen werden aktuelle Zeitbezüge zu den drei faschistischen Regimen in Europa gezogen, die sich Ende der 30er Jahre gegenseitig unterstützt haben. (historischer Aspekt).
    Die literarische Vorlage garantiert Qualität. Nicht nur weil der Vatikan die Basken ‘Rote Christen‘ nennt und weil viele bekannte Namen in den Gesprächen erwähnt werden. Es gibt auch Sätze wie ‘Das stärkere Ich verdrängt das schwächere Ich und ein neues dominantes Ich übernimmt die Führung‘ als Beleg für Pereiras Wandlung. Dabei ist ihm der Arzt Dr. Cardoso (Daniel Auteuil) behilflich. (qualitativer Aspekt).
    Als Charakterisierung eignen sich nur Superlative. Ganz großes Kino.

  • Erklärt Pereira
    Mastroianni erbringt ein letztes Mal eine schauspielerische Glanzleistung! Portugal in einer seiner schlimmsten Zeiten. Ein Film über Zivilcourage! Vielen politisch irregeleiteten würde so manches klar werden - von wegen wohin man so steuert.... - Bitte anschauen!!!

  • ?
    Eigenartig, daß hier noch keine Userktitik ist...mir hat der Film ausgezeichnet gefallen. Der alte und nun leider auch schon verstorbene MAstroianni spielt diese Rolle ausgezeichnet. Auch die anderen Charaktere sind sehr gut gespielt. Einzig die politische Brisanz geht in den schönen Bildern unter, wird aber auch vom Hauptdarsteller verdrängt..

    Das Buch lesen!
    Die Verfilmung von Tabucchis Roman gefällt mir zwar ganz gut, gegen die Vorlage reicht er aber nicht ran. Das selbe Problem hatte ich bei Hoegs "Fräulein Smilla ...". Eine Wahnsinns-Lektüre, die im Film jedoch nicht die dementsprechende Umsetzung findet.