Essential Killing

 PL/N/IRL/H 2010
Drama, Thriller, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 83 min.
6.10
Essential Killing

Die Kombination des amerikanisch-polnischen Meisters der Provoka­tion Jerzy Skolimowski und des grenzgenialen, verrückten Schauspielers Vincent Gallo muss zwangsläufig etwas Außergewöhnliches ergeben. Es heißt Essential Killing und handelt von einem muslimischen Kämpfer, der von der CIA in Afghanistan gefangen genommen und in ein Geheimgefängnis in Europa überstellt wird. Doch unvorhergesehen findet sich der Kämpfer irgendwo inmitten der tief verschneiten Wälder Polens wieder. Als eine Mischung aus wild gewordenem Tier und verklärtem Schmerzensmann streift er durch diese fremde Welt, gehetzt und verfolgt und am Ende auf einem Schimmel in den Tod reitend. Skolimowski und Gallo: Brothers in arms. See for yourself.

(Text: Viennale 2010)

Details

Vincent Gallo, Emmanuelle Seigner, Zach Cohen u.a.
Jerzy Skolimowski
Pawel Mykietyn
Adam Sikora
Jerzy Skolimowski, Ewa Piaskowska

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Das Wesentliche
    Das Fast-Zweipersonenstück beeindruckt durch seine Fast-Wortlosigkeit, die den Film über weite Strecken bestimmt und seine gnadenlose Realität. Und überrascht dann noch mit einem überlegenswerten Schluss.
    Ein gefangener Afghane (Vincent Gallo) wird wie allgemein üblich nach Osteuropa geflogen und dort mit den üblichen Foltermethoden wie Water E Boarding behandelt. Ihm gelingt aber die Flucht. Dabei geht alles meistens relativ glatt, mit kleinen Fragezeichen zum Handlungsverlauf. Da ist der Sprung ins eiskalte Wasser und die Bärenfalle noch das Harmloseste, die stillende Mutter als Nahrungsquelle erinnert an Steinbecks ‘Früchte des Zorns‘, dient aber durchaus der Dramatik. Das wird noch durch die stumme Frau, Emmanuelle Seigner, verstärkt.
    Skolimowski geht es nicht darum eine Geschichte zu erzählen. Der Titel weist darauf hin, dass das Töten das Wesentliche ist, was im Krieg ja wohl auch zutrifft. Es ist nicht nur wegen der Kürze ein Feature über Gewalt und Flucht, Opfer und Täter. Dabei wird nicht die Frage gestellt, ob Gewalt gerechtfertigt ist. Sie wird nur gezeigt. Brutal und demütigend. Und um Schuld geht es auch nicht. Nur ums Töten. Und das ist das Wesentliche. Karg aber eindrucksvoll. Einfach knallhart. Nicht schlecht.